Manchester Uniteds „Top-Flaute“, Zahlenspiele mit Guardiola & zerstörte Controller in Brighton

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7 Awards – Premier League | 26. Spieltag: Manchester Uniteds „Top-Flaute“ hält an, Pep Guardiolas Bestmarke sorgt für Verwirrung und der FC Liverpool ist zurück auf der Siegerstraße. 

TorTop-Flaute“-Award: Manchester United

Es war ein relativ ereignisloses Topspiel zwischen dem FC Chelsea und Manchester United am Sonntagabend. Einzig ein Handspiel von Callum Hudson-Odoi im eigenen Strafraum sorgte für Aufregung. Der Engländer berührte den Ball klar mit der Hand, Schiedsrichter Stuart Attwell entschied nach längerer Überprüfung allerdings nicht auf Elfmeter. Eine bittere Entscheidung aus Sicht der Red Devils.

Nichtsdestotrotz war die Nullnummer wohl leistungsgerecht und für Manchester United leider auch frustrierend vorhersehbar. Obwohl die Mannschaft von Ole Gunnar Solskjaer die meisten Tore der Premier League geschossen (Grüße gehen raus an Southampton) und hervorragende Einzelspieler in der Offensive hat, bleibt das gesamtmannschaftliche Angriffsspiel ein Problem. Besonders deutlich wird das gegen die Top-Teams der Liga. In den letzten sechs Duellen mit Liverpool, Manchester City, Chelsea und Arsenal konnte Manchester United jeweils kein Tor erzielen.

Die Meisterschaft ist bei zwölf Punkten Rückstand voraussichtlich bereits zu Gunsten von Manchester City entschieden. Um mit dem Stadtrivalen tatsächlich zu rivalisieren, muss sich Solskjaer mehr einfallen lassen. Chelsea dagegen bleibt unter Thomas Tuchel ungeschlagen, wenngleich auch hier der Angriff derzeit stockt. Anders als Solskjaer, ist Tuchel aber auch erst seit neun Spielen im Amt.

„Verwirrende Bestmarken“-Award: Pep Guardiola

Es war nicht die eindrucksvollste Leistung der nun insgesamt 20 Spiele umfassenden Siegesserie von Manchester City. Dank einer verbesserten zweiten Halbzeit setzten sich die Cityzens mit 2:1 gegen ein starkes wie mutiges West Ham durch.

Und dennoch war der Sieg ein ganz besonderer für Pep Guardiola. Der Spanier feierte am Samstag seinen 200. Pflichtspielsieg auf der Insel, im 273. Spiel. Kein Trainer eines englischen Erstligisten konnte diese Marke je früher knacken. Darüber hinaus feierte er seinen 500. Sieg als Profitrainer. All das behauptet zumindest Opta.

Fans der Cityzens werden allerdings erkannt haben, dass der Klub diese Marken bereits vor einigen Wochen feierte. Wie The Athletic feststellte, liegt das daran, dass Manchester City und der Statistikdienst eine kleine Meinungsverschiedenheit haben. Das hat einen einfachen Grund. Während ManCity auch Triumphe nach Elfmeterschießen als Sieg wertet, gehen diese bei Opta als Unentschieden in die Bücher. Naja, ganz egal: Pep Guardiola ist jedenfalls ein guter Trainer, der ganz schön viele Fußballspiele gewonnen hat.

„Zurück auf der Siegerstraße…nach Europa?“-Award: FC Liverpool

Sechs von neun Premier-League-Spielen hatte der FC Liverpool 2021 vor diesem Wochenende bereits verloren – so viele wie in 100 Spielen zuvor insgesamt. Nach vier Niederlagen in Folge musste auswärts beim Tabellenschlusslicht Sheffield United am Sonntag wieder ein Erfolg her. Nach einer frustrierenden ersten Halbzeit konnten Curtis Jones und Roberto Firmino, der ein Eigentor von Kean Bryan erzwang, schließlich die Defensive der tapferen Hausherren durchbrechen. Den Reds gelang der erste Sieg seit dem 31. Januar.

Jürgen Klopp war nach dem Spiel erleichtert. „Viele haben uns abgeschrieben, und das ist okay“, sagte der Trainer und betonte: „Hier ging es darum, zu zeigen, dass wir noch da sind.“ Damit spielte der Deutsche natürlich auf die Champions-League-Plätze an, die noch zwei Zähler entfernt sind. „Wir spielen am Donnerstag gegen Chelsea, dann müssen wir es wieder zeigen. Wir müssen Fußballspiele gewinnen, das wissen wir. Es gibt keinen Weg in die Champions League ohne Resultate“, stellte Klopp klar.

„Zerstörter Controller“-Award: Brighton & Hove Albion

Jeder, der mal FIFA auf der Playstation oder der Xbox gespielt hat, wird es kennen: Man dominiert seinen Gegner, nutzt aber seine Chancen nicht. Dabei wird ein Controller schon mal in seine Einzelteile zerlegt. Genau so ein Spiel erlebte Brighton & Hove Albion in dieser Saison und zwar mehrfach. Am Samstag aber erreichten die Seagulls einen neuen, regelrecht absurden Tiefpunkt.

Gegen West Bromwich Albion bestimmten die Seagulls das komplette Spiel. Nach dem frühen Rückstand entwickelte sich dabei ein Spiel auf ein Tor. Wie so oft nutzte Brighton dabei seine Chancen nicht. Die Gäste hatten 15:6 Schüsse, insgesamt Chancen im Wert von 3,12 xG und erzielte genau 0 Tore. Wie, das wird Trainer Graham Potter auch drei Tage später noch immer nicht verstanden haben. Ganze zwei Elfmeter hämmerte Brighton an das Aluminium, Pascal Groß traf die Latte, Danny Welbeck den Pfosten. Das gab es in der Premier League noch nie. Zwischen den beiden Strafstößen passiert aber etwas weitaus Absurderes.

Brighton-Verteidiger Lewis Dunk führte einen Freistoß schnell aus und zirkelte den Ball zur Überraschung des Keepers in die Maschen. Schiedsrichter Lee Mason wollte den Treffer nicht anerkennen. Dann änderte der Schiedsrichter doch noch seine Meinung, nur um sich die Aktion noch einmal auf dem Bildschirm anzusehen und das Tor erneut abzuerkennen. Mason hatte den Freistoß per Pfiff freigegeben, dann aber erneut gepfiffen, ehe der Ball über die Linie ging. Verstanden? Nein? Das taten beide Trainer auch nicht. WBA-Coach Sam Allardyce hatte gut Lachen. „Ich lache einfach darüber, wie bizarr das Spiel war“, sagte er bei der BBC. Potter dagegen war einfach nur frustriert: „Es ist, was ist es. Wir haben uns selbst nicht geholfen mit den beiden Elfmetern, also kann ich nicht alles auf das (aberkannte Tor; d.Red) schieben“, sagte er und betonte: „Wir müssen uns verbessern.“

Viel besser kann seine Mannschaft nicht spielen. Laut „expected Points“ müsste Brighton mit 44 Punkten auf Platz vier stehen, dank der ganzen verpassten Chancen steht mit 19 Punkten weniger nur Rang 16 zu Buche.

„Zero to Hero“-Award: Nicolas Pépé und Willian

Wenn es bei einer Mannschaft nicht läuft, werden von den Fanlagern gerne mal Sündenböcke ausgemacht. Besonders teure Spieler oder kontroverse Neuzugänge von einem Stadtrivalen, die den Erwartungen hinterherhinken, dienen dabei als leichte Beute. Beim FC Arsenal waren das während des katastrophalen Saisonstarts vor allem 80-Millionen-Euro-Mann Nicolas Pépé und Ex-Chelsea-Spieler Willian.

Dass die Formkurve der beiden Spieler zuletzt deutlich nach oben zeigte, ist im Norden Londons offenbar noch nicht überall angekommen. Nur drei Tage nach dem Europa-League-Erfolg über Benfica, musste Mikel Arteta auswärts bei Leicester die Rotationsmaschine anwerfen. Pépé und Willian rutschten in die Startelf, was bei Social Media nicht sonderlich gut ankam. 90 Minuten später waren sie die Helden des Spiels.

Ausgerechnet das vielkritisierte Duo drehte das Spiel aus Sicht der Gunners. Nach frühem 0:1-Rückstand begannen die Flügelspieler zu wirbeln und Angriff für Angriff einzuleiten. Insbesondere Pépé war dabei kaum zu bremsen, holte den Freistoß zum 1:1 sowie den Elfmeter zum 2:1 heraus. Das 3:1 erzielte er nach eigens initiiertem Konter sogar selbst, auf Vorlage von Willian. Hält die Form der Beiden an, könnte beim FC Arsenal Konkurrenzkampf in der Offensive entstehen. Es wäre ein wichtiger Boost bei der Jagd nach den europäischen Plätzen, die noch sieben Punkte entfernt sind.

(Photo by Paul Ellis – Pool/Getty Images)

„Bale-Back“-Award: Gareth Bale

Es schien so, als hätte die Rückkehr von Gareth Bale zu Tottenham bestenfalls eine emotionale Bedeutung. Der Waliser hatte lange mit Verletzungs- und Formproblemen zu kämpfen und stand am Sonntag gegen den FC Burnley erst zum dritten Mal in dieser Saison in der Startelf. Bale nutzte die Chance und bot nach Toren in der Europa League gegen den Wolfsberger AC nun auch in der Premier League seine beste Leistung seit seiner Rückkehr.

Der 31-Jährige brachte die Spurs bereits nach zwei Minuten auf die Siegerstraße, bereitete das 2:0 von Harry Kane mit einem traumhaften weiten Ball vor und erzielte mit einem typischen Bale-Schlenzer auch noch das 4:0, was gleichzeitig auch der Endstand war.

„Ich habe allmählich meine Fitness aufgebaut, ich fühle mich gut und meine Form kommt zurück“, sagte Bale bei der BBC und ergänzte: „Es ist schön, dem Team zu helfen.“ Tottenham kann die Hilfe gut gebrauchen. Nach nur drei Punkten aus den sechs Spielen zuvor, rücken die Spurs durch den Sieg bis auf fünf Punkte an die europäischen Plätze.

„Minimalismus“-Award: Crystal Palace

Zugeben, Mannschaften des mittlerweile 73-jährigen Roy Hodgson standen noch nie für berauschenden Offensivfußball. Aktuell aber treibt er es mit Crystal Palace an die Spitze. Nach dem extrem glücklichen Sieg gegen Brighton & Hove Albion (noch so ein zerstörter Controller), holten die Eagles trotz verschwindend geringer Spielanteile nun auch gegen den FC Fulham etwas Zählbares. Zu Hause gegen den Aufsteiger gab es einen Punkt der glücklichen Sorte.

Damit hat Crystal Palace laut Opta aus zwei Spielen mit insgesamt 6:41 Schüssen, 9:70 Ballkontakten im gegnerischen Strafraum, 442:1065 erfolgreichen Pässen und im Schnitt 33 Prozent Ballbesitz stolze vier Punkte geholt. Purer Minimalismus. Hodgson wird’s egal sein, der Vorsprung auf die Abstiegsränge beträgt zehn Punkte.

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Photo: Imago

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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