EL | Arsenal möchte gegen Slavia Prag die letzte Chance auf Europa wahren

Vorschau

Vorschau | Erstmals seit knapp 30 Jahren droht dem FC Arsenal eine Saison ohne Europa. Um das zu verhindern, müssen die Gunners die Europa League gewinnen. Im Viertelfinale erwartet Arsenal mit Slavia Prag ein potenzieller Stolperstein.

Anpfiff der Partie ist am Donnerstag, 21:00 Uhr, Live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Arsenal: Sieg der Europa League ist die letzte Chance auf Europa 2021/2022
  • Slavia Prag 2021 noch ungeschlagen
  • Die Gunners erwarten einige Schlüsselspieler zurück

Arsenal gegen Slavia unter Zugzwang

Nach dem 0:3 gegen den FC Liverpool am Samstag war die Enttäuschung beim FC Arsenal groß. Bei nun neun Punkten Rückstand auf Platz fünf ist die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb über die Premier League in zu weite Ferne gerückt. Dabei folgte auf einen historisch schwachen Saisonstart zum Jahreswechsel eigentlich das Arsenal, das man im ersten vollen Jahr unter Mikel Arteta (38) von Anfang an erwartet hatte: Ein junge Mannschaft, die spielerische große Fortschritte macht, sich allerdings zu selten belohnt und mit der Konstanz zu kämpfen hat.

Vergangenes Wochenende wurde allerdings aufgezeigt, dass die Nordlondoner und ihr junger Trainer in der Entwicklungskurve noch weiter unten sind als erhofft. Der Kader hat noch zu viele Defizite. Der Ausfall zweier Youngster in Emile Smith Rowe (20) und Bukayo Saka (19) war gegen die Reds ebenso wenig zu kompensieren wie das Fehlen zweier limitierter aber für den Spielaufbau so einflussreichen Routiniers in David Luiz (33) und Granit Xhaka (28). Darüber hinaus ging der talentierte Trainer die Aufgabe Liverpool deutlich zu verhalten an. Die Reds, 2020/2021 so fragil wie lange nicht, wurden kaum gefordert und hatten leichtes Spiel.

Damit die Entwicklung im Norden Londons nicht komplett stagniert, werden Arteta und Arsenal alles daran setzen, um die erste europafreie Spielzeit seit 1995/1996 zu verhindern. Der einzige Weg dazu bietet der Gewinn der Europa League. Die Chance ist vorhanden. Sowohl der Viertelfinalgegner Slavia Prag sowie die verbleibenden Teilnehmer Manchester United, AS Rom, Ajax Amsterdam, Villarreal, Granada und Dynamo Zagreb sollten bei guter Tagesform allesamt schlagbar sein – wenn die eigene Leistung stimmt. Dazu müssen die Gunners aber gesund sein, vor allem aber individuelle Aussetzer und Schwächephase vermeiden. Diese gab es sowohl in der Liga als auch in Europa, wo Benfica und Olympiakos in der K.O.-Phase nicht ohne Mühe bezwungen wurden.

Arsenal hofft auf Saka und Smith Rowe

Gegen Prag gibt die bevorstehende Rückkehr von Saka und Smith Rowe Hoffnung. Das spielfreudige Duo sollte dem Angriff des FC Arsenal deutlich Kreativität verleihen und Zehner Martin Ödegaard (22) entlasten. Der Norweger sollte trotz Knöchelproblemen beginnen können. Ob der formschwache Pierre-Emerick Aubameyang (31) davon profitieren darf, bleibt abzuwarten. Er machte auf dem linken Flügel zuletzt nicht die beste Figur, ist für das Sturmzentrum im Arteta-System aber nicht kombinationsstark genug. Alexandre Laczatte (29) könnte beginnen.

Granit Xhaka (krank) hat zumindest Chancen auf einen Einsatz. Seine Aufbauqualitäten wären in Anbetracht des Ausfalls von David Luiz (Knie-OP) ungemein wichtig. Der offensivhungrige Linksverteidiger Kieran Tierney (23, Knie) ist ebenfalls zum Zusehen gezwungen, ihm droht gar das Saisonaus.

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Slavia Prag will auch Arsenal ärgern

Noch immer wartet Slavia Prag im Kalenderjahr 2021 auf eine Niederlage, seit 21 Pflichtspielen um genau zu sein. In der heimischen Fortuna Liga belegt der amtierende Meister souverän mit 14 Punkten Vorsprung vor Stadtrivale Sparta den ersten Platz. Und im tschechischen Pokal sowie in der Europa League steht das Viertelfinale an.

Der Grundpfeiler des Erfolgs ist die Defensive um Innenverteidiger-Routinier Ondrej Kudela (34). Nur 15 Tore hat die Mannschaft von Jindrich Trpisovsky (45) in 25 Liga-Spielen zugelassen. Und obwohl die Anzahl der Gegentore mit dem höheren Level in der Europa League anstieg, war die Arbeit ohne den Ball auch hier ausschlaggebend. Insbesondere die Mannschaften von der Insel verzweifelten regelrecht an der hervorragend organisierten Viererkette der Tschechen. Gegen Leicester City, immerhin der Tabellendritte der Premier League, stand in beiden Spielen des Sechzehntelfinales (0:0, 0:2) die Null. Im Achtelfinale gegen Glasgow Rangers kassierte Slavia lediglich beim 1:1 im Hinspiel ein Gegentor. Damit die Tschechen den neuen schottischen Meister die wettbewerbsübergreifend erste Niederlage der Saison zufügen und das Viertelfinale erreichen konnten (2:0), bedurfte es allerdings auch Qualitäten mit dem Ball. Diese ist ebenfalls vorhanden.

Speziell bei Standardsituationen strahlt die Trpisovsky-Elf immer wieder Gefahr aus. Hierbei ist Nicolae Stanciu (27) hervorzuheben, der gegen Glasgow das vorentscheidende 2:0 per direktem Freistoß beisteuerte. Der 27-Jährige ist der Herr der ruhenden Bälle, hat in laufenden Saison bereits 13 Tore und sechs Vorlagen verbucht. Darüber hinaus sorgt Stanciu ebenso wie der schnelle Lukas Provod (24) bei Kontersituationen immer wieder für Gefahr.

Slavia Prag gehen die Innenverteidiger aus

Solide Defensivarbeit, Standards und Gegenangriffe werden für Slavia auch gegen den FC Arsenal das Fundament bilden. Doch das wackelt gewaltig. Neben den verletzten Innenverteidigern Simon Deli (29) und David Hovorka (27) fällt auch der erkrankte Kudela aus. Der Abwehrchef wäre aufgrund einer rassistischen Äußerung im Spiel gegen Glasgow ohnehin gesperrt gewesen. Taras Kacharaba (26) spielte bereits mit FC Slovan Liberec in der Europa League und ist ebenfalls nicht spielberechtigt. Das Tor wird wohl der erst 18-Jährige Matyas Vagner hüten müssen. Stammkeeper Ondrej Kolar (26) erlitt eine Fraktur im Gesicht.

Photo by Stuart Wallace/BPI/Shutterstock/ Imago

Prognose

Der FC Arsenal ist der Favorit, sollte Slavia allerdings nicht unterschätzen. Treten die Tschechen erneut diszipliniert auf, könnten die Gunners in der Offensive verzweifeln und gerade bei Standards und im defensiven Umschaltspiel überlistet werden. Die Londoner erwartet ein hartes Stück Arbeit, ein Sieg sollte dennoch zu erwarten sein, sofern sich Arsenal nicht wieder selbst das Leben schwer macht.

 

Mögliche Aufstellungen

FC Arsenal: Leno – Bellerin (Chambers), Holding, Mari, Soares – Xhaka (Elneny), Thomas – Smith-Rowe, Ödegaard, Saka (Pépé) – Aubameyang (Lacazette)

Slavia Prag: Vágner – Bah, Bořil, Zima, Masopust – Sima, Stanciu, Holeš, Provod, Olayinka – Kuchta

Photo: xNickxPottsx/Imago

 

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

Alle Kommentare


  • Gunnar sagt:

    Schon bei den Duellen im 1/16 bzw. 1/8 Finale gegen Benfica und Piräus hat sich Arsenal nicht gerade mit Ruhm bekleckert, daher wird das gegen Prag auch eine ganz enge Kiste. Gelingt tatsächlich der Sprung ins Halbfinale, ist man dort wohl eher Außenseiter. Liga kann das Team nicht, aber im Pokal hat es schon für Überraschungen gesorgt. Ein Triumph in der EL wäre allerdings keine Überraschung, sondern eine Sensation! Zu wünschen und zu gönnen wäre es Arteta allemal.


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