Der BVB vor dem Zenit-Spiel: Das Zeichen wiederholen

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Am zweiten Spieltag der Gruppenphase der UEFA Champions League bekommt es der BVB mit dem FC Zenit aus St. Petersburg zu tun. Mit dem Derbysieg im Rücken haben die Schwarzgelben auch in der Königsklasse viel vor – und einiges gerade zu rücken.

  • BVB muss gewinnen
  • Derbysieg sorgt für Rückenwind
  • Zenit St. Petersburg darf nicht unterschätzt werden

BVB gegen Zenit: „Verlierer“ unter sich

Wenn am zweiten Spieltag der Gruppenphase im Europapokal zwei Teams aufeinander treffen, die ihre erste Partie verloren haben, dann muss man nicht darüber reden, dass eine gewisse Drucksituation herrscht. Während Borussia Dortmund in Rom gegen Lazio verlor und eher die Art und Weise als die Niederlage an sich Fragen aufwarf, war die Heimpleite der Russen gegen den Club Brugge schon eine große Überraschung.

Eigentlich wollte der FC Zenit eine gute Rolle im Kampf um Platz zwei spielen und da sein, wenn die Favoriten straucheln. Nun strauchelte man selbst – und kann bei einer Niederlage den Blick eher auf den dritten Platz richten. Borussia Dortmund weiß aber, dass diese Gegner gefährlich ist und vor allem mit wenig Spielanteilen und der Möglichkeit zu Kontern umzugehen weiß. Und hier liegt die Gefahr.

Dortmund: Rückenwind dank Reaktion im Derby

Fans von Borussia Dortmund haben sich in den letzten Wochen möglicherweise an die vorherigen Spielzeiten zurückerinnert gefühlt. Gute Ansätze und Spiele mit fantastischen Kombinationen sorgten für Begeisterung, andere Auftritte – wie gegen Augsburg oder Lazio – für Ernüchterung. Kurzum: Die Konstanz fehlte. Und Spieler wie Thomas Meunier (29) oder Mahmoud Dahoud (24) wurden kritisiert. Im Derby sollte also eine Reaktion her und das gelang auch. „Ausgerechnet“ Manuel Akanji (26), der zuletzt fehlte und in den letzten Monaten auch nicht frei von Leistungsschwankungen war eröffnete dabei den Torreigen, Dahoud machte überdies ein sehr gutes Spiel.

(Photo by INA FASSBENDER/AFP via Getty Images)

Ein solches Spiel und vor allem die Effizienz in der zweiten Halbzeit sorgen nun natürlich für Rückenwind. Ob es schon ein Schritt nach vorne war, werden die nächsten Spiele zeigen. Interessant und doch mehr als nur eine Randnotiz ist indes die Situation im Tor. Gegen Schalke 04 spielte Roman Bürki (29) im Tor, der zuvor noch an den Folgen eines Infekts litt und von Marwin Hitz (33) vertreten wurde. Das ist deswegen interessant, weil sich Trainer Lucien Favre (61) und Sportdirektor Michael Zorc (58) am Wochenende widersprachen, wie sich die Rollenverteilung im Tor genau darstellt. Wer auch immer in den nächsten Spielen im Tor steht, wird noch intensiver unter die Lupe genommen.

Zenit will ein unangenehmer Gegner sein

Doch zurück zum Spiel gegen Zenit. Die Russen verfügen über eine gute Mischung im Kader, sind dem BVB individuell aber auf nahezu allen Positionen unterlegen. Das muss aber nicht bedeuten, dass der Gast chancenlos ist. Denn vor allem die Offensive hat es in sich. Sardar Azmoun (25), Artem Dzyuba (32) und Aleksandr Erokhin (31) sind unglaublich schwer zu bespielen und benötigen nicht viel Aktionen, um zum Torerfolg zu kommen. Alle drei haben zusammen  in der heimischen Liga schon 17 Tore auf dem Konto, weitere neun vorbereitet. Und das nach zwölf absolvierten Spielen. Allerdings: Azmoun droht krankheitsbedingt auszufallen, ihn könnte der eher auf dem Flügel beheimatete Sebastian Driussi (24) ersetzen.

Gegen Dortmund wird der Fokus von Zenit darauf liegen, sehr kompakt zu sehen. Aus einer stabilen Defensive heraus sollen Nadelstiche gesetzt werden. Lange Bälle auf den wuchtigen Dzyuba, schnell vorgetragene Angriffe über die Außen, bei denen vor allem Linksverteidiger Douglas Santos (26) eine Rolle spielen wird: Ansatzpunkte sind vorhanden. Und der Fakt, dass Dortmund das Spiel dominieren will und die Initiative ergreift, spielt Zenit in die Karten.

Der BVB muss die Qualität auf den Platz bringen

Gefahren drohen auf diesem Niveau gegen jeden Gegner. Borussia Dortmund ist Favorit und alles andere als ein Sieg gegen Zenit wäre eine Überraschung. Während der Amtszeit von Lucien Favre gab es zwar einige unnötige Patzer, in der Champions League präsentierte sich der BVB aber zumeist sehr gut. Dieser Wettbewerb ist für die Spieler das absolute Highlight, alle sind hochmotiviert.

Für den BVB wird es also darauf ankommen, die zweifelsohne hohe Qualität auch auf den Platz zu bekommen. Marco Reus (31), Lukasz Piszczek (35), Axel Witsel (31), Jude Bellingham (17) und Thorgan Hazard (27) saßen zu Beginn des Spiels gegen Schalke auf der Bank, was einerseits die enorme Breite im Kader verdeutlicht, andererseits aber auch dafür sorgt, dass der Gastgeber einige frische Spieler zur Verfügung hat. Das kann bei diesem enorm eng getakteten Spielplan ein großer Vorteil sein.

(Photo by INA FASSBENDER/AFP via Getty Images)

Mit einem Sieg könnte Borussia Dortmund etwas entspannter in die Spiele gegen den Club Brugge gehen. Das Ziel ist weiterhin die K.O.-Runde, auch den Gruppensieg hat man noch lange nicht ad acta gelegt. Dafür muss aber erst einmal die Aufgabe Zenit erledigt werden. Der erste Dreier ist also zunächst der wichtigste Schritt. Auf ein Zeichen soll das nächste folgen, die Favre-Elf scheint definitiv gerüstet zu sein…

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Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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