Champions League | BVB düpiert Sevilla dank Erling Haaland

UEFA CL/EL

Einen Tag nachdem RB Leipzig Liverpool 0:2 unterlag versuchte Borussia Dortmund, die Bundesliga im Achtelfinale der Champions League anzumelden. Nach frühem Rückstand drehte der BVB auf und gewann am Ende verdient 3:2.

Suso eröffnet, doch dann dreht Haaland auf

Die ersten Minuten des Spiels gehörten Borussia Dortmund, die im Ramón Sánchez Pizjuán mutig auftraten, Sevilla unter Druck setzten. Die Mannschaft von Julen Lopetegui machte die Räume im letzten Drittel eng und wurde in der 7. Minute erstmals vor Marwin Hitz vorstellig. Halbrechts an der Sechzehnerkante drehte Suso Jadon Sancho ein und hielt aus 17 Metern einfach mal drauf. Da Mats Hummels die Kugel noch unhaltbar abfälschte, stand es früh 1:0 für den FC Sevilla.

(Photo by CRISTINA QUICLER/AFP via Getty Images)

Der BVB ließ sich davon allerdings nicht aus dem Konzept bringen, blieb weiterhin mutig und wurde in Minute 19 belohnt. Erling Haaland behauptete sich auf rechts und setzte vor dem Strafraum Mahmoud Dahoud ein. Dortmunds Nummer acht bekam 23 Meter vor dem Tor zu viel Platz, schlug noch einen Haken und setzte den Ball unhaltbar in den rechten Winkel. Sevillas erstes Gegentor nach 726 Minuten.

Beide Mannschaften zeigten sich effizient. Es war ein Spiel mit wenigen Chancen, die dafür umgehend Karriere auf der Anzeigetafel machten. So auch in Minute 27. Die Borussia kombinierte sich schnell und ansehnlich nach vorne. An der Strafraumkante chippte Jadon Sancho die Kugel zu Erling Haaland. Der Norweger grätschte in den Ball und drehte das Spiel.

Viele Chancen hatte Sevilla nicht, da der BVB auch defensiv gut stand. In der 37. Minute kam Diego Carlos im Nachklapp eines Eckballs zum Kopfball, brachte aber zu wenig Druck hinter diesen. So konnte Hitz sicher zupacken.

(Photo by Fran Santiago/Getty Images)

Zwei Minuten vor der Pause kam Borussia Dortmund nochmal. Marco Reus eroberte den Ball im Mittelkreis, trieb ihn bis in den Strafraum. Rechts war Haaland schon in Position gelaufen. Der Rest war Formsache – 1:3! Sevilla schockte den BVB, bekam im Gegenzug den Vollwaschgang verpasst und kassierte in den ersten 45 Minuten so viele Gegentore, wie in ihren letzten zehn Spielen zusammen. Die 3:1-Pausenführung ging auch in der Höhe in Ordnung und man darf sich durchaus fragen, wo diese Performances in den letzten Monaten auf nationaler Ebene waren.

Viel Leerlauf, Sevillas Aufholjagd kommt zu spät

Noch vor Wiederanpfiff setzte Julen Lopetegui das erste Zeichen, als er ausgerechnet Ivan Rakitic in der Kabine ließ, für ihn kam Nemanja Gudelj. In der Folge zeigte sich Sevilla mit Schaum vor dem Mund. 48. Minute: Neuzugang Papu Gómez fintierte auf der linken Strafraumseite und flankte anschließend scharf in den Strafraum. In der Mitte klärte Erling Haaland zur Ecke, die allerdings nichts einbrachte.

Das Spiel schlief nun etwas ein. Dortmund ließ Sevilla gewähren und nahm sie rund um den eigenen Strafraum in Empfang. Nach gut einer Stunde streuten sie auch einige Unkonzentriertheiten ins eigene Spiel ein. Diese vermochte der FC Sevilla allerdings nicht zu nutzen. Gut 20 Minuten vor Schluss bekam der BVB dann nochmal die zweite Luft. Jude Bellingham zog aus ähnlicher Position wie Suso in Minute 7 ab, doch Bono parierte sicher.

Die beste Chance der zweiten Hälfte gab es eine Viertelstunde vor Schluss. Der eingewechselte Óscar Rodríguez zog einen Freistoß aus 23 Metern halblinker Position an den linken Pfosten. Marwin Hitz hatte im Anschluss noch die Fingerspitzen an der Kugel und verhinderte so den Anschlusstreffer.

(Photo by Fran Santiago/Getty Images)

Es sah so aus, als hätten sich beide Mannschaften mit diesem 3:1 angefreundet. Dann trat Óscar Rodríguez sechs Minuten vor Schluss einen Freistoß an den zweiten Pfosten. Dort hatte sich der eingewechselte Ex-Gladbacher Luuk de Jong davongeschlichen und traf aus spitzem Winkel zum 2:3. So bekam dieses Spiel urplötzlich neues Wetter.

Die Gastgeber machten in den letzten Minuten Druck, versuchten den Ausgleich zu erzwingen. Doch letzten Endes blieb es beim 3:2 für Borussia Dortmund. Die Ausgangsposition ist zwar nicht mehr so glänzend wie nach 45 Minuten. Aber durch den erst zweiten Europapokalsieg auf spanischem Boden setzen die Dortmunder ein Ausrufezeichen und verbuchen den ersten Sieg für die Bundesliga in diesem Champions-League-Achtelfinale.

(Photo by Fran Santiago/Getty Images)

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Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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