Kroos findet WM in Katar „nicht gut“ – Kritik an Arbeitsverhältnissen und Homophobie

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News | Nationalspieler Toni Kroos hat starke Kritik an der WM-Vergabe nach Katar geäußert. Vor allem die inakzeptablen Arbeitsverhältnisse in dem WM-Standort 2022 müssten demnach vom Fußball beleuchtet werden. 

Kroos über Katar: Ein Boykott sei nicht die Lösung

Nachdem die deutsche Nationalmannschaft zuletzt bereits durch zwei Aktionen auf das Thema aufmerksam machte, legte Toni Kroos (31) nun nach. Der Nationalspieler kritisierte in seinem Podcast „Einfach mal Luppen“ die WM-Vergabe nach Katar. „Die Gastarbeiter haben da ein pausenloses Arbeiten bei 50 Grad Hitze, sie leiden unter mangelnder Ernährung, fehlendem Trinkwasser, was bei den Temperaturen ein Wahnsinn ist“, nannte Kroos als einen der Kritikpunkte.

„Die Sicherheit ist überhaupt nicht gewährleistet, es gibt keine medizinische Versorgung. Ich finde die Vergabe nicht gut.“ Darüber hinaus sprach der 31-Jährige die Homophobie des Staates an. „Das eine sind die Arbeitsbedingungen, das andere, dass Homosexualität unter Strafe steht und verfolgt wird. Das sind Punkte, die inakzeptabel sind.“

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Ein WM-Boykott seitens der Spieler würde das Problem laut Kroos aber „wohl nicht lösen“. „Ich glaube eher, dass es wichtig ist, auf die Probleme noch mal extrem aufmerksam zu machen, ja vielleicht auch im Vorfeld oder auch während so einem Turnier, sodass sich vielleicht daraus was verbessern kann“, erklärte der Real-Madrid-Profi. Für ihn käme die Diskussion um die WM in Katar „eigentlich auch viel zu spät“, da die Probleme bereits bei der Vergabe dieselben gewesen sein.

Foto: IMAGO

Marc Schwitzky

Erst entfachte Marcelinho die Liebe zum Spiel, dann lieferte Jürgen Klopp die taktische Offenbarung nach. Freund des intensiven schnellen Spiels und der Talentförderung. Bundesliga-Experte und Wortspielakrobat. Seit 2020 im 90PLUS-Team.

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