Barça vs. Levante – Hoffnungsschimmer Heimspiel

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Vorschau | Auf drei durchaus überzeugende Pflichtspielsiege rund um die Monatswende folgten prompt zwei bittere Niederlagen gegen Cádiz und Juventus Turin. Die zwischenzeitliche Hoffnung auf eine Aufholjagd wurde somit im Keim erstickt. Nun sieht sich der FC Barcelona erneut mit der Frage konfrontiert, wie man den Anschluss an die Spitzengruppe schaffen kann. Ein Heimsieg gegen Levante wäre ein Anfang. Die Gäste aus Valencia kommen so gesehen zur rechten Zeit, schließlich haben sie bisher alle 17 Pflichtspiele im Camp Nou verloren.

Anpfiff der Partie ist am Sonntag, 21 Uhr, Live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Der FC Barcelona hat zehn seiner bisher 14 Punkte im heimischen Camp Nou geholt
  • UD Levante konnte am letzten Spieltag erstmals nach acht sieglosen Spielen gewinnen – zuvor spielten sie fünfmal in Folge 1:1
  • Laut xP-Statistik von understat.com hätte Levante mit 5,95 Punkten mehr rechnen dürfen – keine Mannschaft in La Liga hat stärker „underperformt“

FC Barcelona

Der FC Barcelona hat momentan mit drei wesentlichen Problemen zu kämpfen: Verletzungen, individuelle Fehler und die fehlende offensive Durchschlagskraft. Sie sind beileibe nicht allein Trainer Ronald Koeman (57) anzulasten, doch er scheint bisher nicht in der Lage zu sein auch nur eines davon dauerhaft zu lösen, zumal sie sich auch gegenseitig bedingen.

Anhaltende Verletzungssorgen

Die Verletzungsmisere ist sicherlich eins der offenkundigsten Probleme. Mit Gerard Piqué (33), Sergi Roberto (28), Ousmane Dembélé (23) und Ansu Fati (18) fallen derzeit vier Leistungsträger aus, die der Mannschaft mit Sicherheit helfen würden. Doch damit nicht genug, schließlich hatten zuvor u.a. auch Marc-André ter Stegen (28), Jordi Alba (31), Sergio Busquets (32) und Philippe Coutinho (28) mit Verletzungen zu kämpfen.

Diese Verletzungen trugen mit Sicherheit auch dazu bei, dass z.B. auch ter Stegen schon der eine oder andere Fehler unterlief, der ihm normalerweise nicht passiert wäre. Clement Lenglet (25), der in den letzten beiden Spielen jeweils patzte, leidet unterdessen daran, dass seine Nebenleute verletzt ausfielen, sodass er oft mit neuen Nebenleute konfrontiert war und so gut wie keine Pause bekommt. Diese individuellen Fehler tragen wiederum wesentlich dazu bei, dass Barça schon elf Gegentore hinnehmen musste und unnötig Punkte herschenkte.

Die Unsicherheiten in der Offensive tragen unterdessen dazu bei, dass es dem Spiel der Katalanen mitunter an Sicherheit fehlt, um selbstbewusst und konstruktiv nach vorne zu spielen. Das wurde beispielsweise im Spiel bei Atlético sehr deutlich, als es den Katalanen doch massiv an Ruhe am Ball fehlte. Doch auch in der Offensive tragen die Verletzungen zu den Problemen bei.

Immer wieder Messi

Youngster Ansu Fati, der so stark in die Saison gestartet war und Barças Spiel die dringend benötigte Tiefe im Spiel verlieh, fehlt spürbar und auch die Verletzung von Dembélé, der der Spiel mit seinem Tempo und seiner Qualität im Eins-gegen-Eins extrem gut tat, ist ein großes Hemmnis. Dazu kommt, dass auch Coutinho noch nicht in seinen Rhythmus gekommen ist, sodass die Last auf Lionel Messi (33) wieder mal extrem groß ist. Eine Last, die selbst er nicht in jedem Spiel schultern kann, zumal es Antoine Griezmann (29) weiterhin an Konstanz fehlt.

Trotzdem schafft es der FC Barcelona zumindest ab und zu diese Probleme zu überwinden und zwar, besonders gerne in Heimspielen, wie zuletzt gegen Osasuna oder Real Betis. Darauf hoffen die Katalanen nun auch am Sonntagabend, zumal es doch gegen einen vermeintlich dankbaren Gegner geht…

(Photo by David Ramos/Getty Images)

UD Levante

UD Levante hat zwischen dem siebten und dem elften Spieltag eine bemerkenswerte Bilanz aufzuweisen: Sie spielten fünfmal in Folge 1:1-Unentschieden. Damit blieben sie zwar fünf Spiele lang ungeschlagen, doch auch acht Spiele lang sieglos, was dazu führte, dass die „Granotas“ bis auf Rang 19 abrutschten. Am letzten Spieltag gab es jedoch den lang ersehnten Befreiungsschlag, einen 3:0-Sieg über den FC Getafe, der sie zumindest auf Rang 17 und damit aus der Abstiegszone klettern ließ.

Unter Wert verkauft

Wer nun annimmt, dass der Sieg nur eine schöne Ausnahme ohne nachhaltigen Effekt war, dürfte allerdings falsch liegen, denn es spricht Einiges dafür, dass Levante eigentlich deutlich besser ist, als es die Tabelle nahelegt. Wie oben bereits angemerkt, hat kein anderes La Liga-Team eine so große negative Differenz (-5,95) zwischen den Expected Points (xP) und den tatsächlich erzielten Punkten. In der xP-Tabelle stünde Levante auf einem respektablen siebten Platz und damit einen Platz vor dem FC Barcelona.

In Summe hätte Levante mit 2,18 Toren mehr und 2,90 Gegentoren weniger rechnen dürfen. Bezeichnenderweise war die Mannschaft von Trainer Paco Lopez (53) in vier der fünf 1:1-Spiele nach xG (teilweise klar) überlegen, hat daraus aber zu wenig gemacht. Trotzdem ist Levante ein Team, das über viel Qualität verfügt und einen durchaus ansehnlichen, aktiven Fußball spielt.

Morales muss es richten – Caausmpaña und Bardhi fallen

Mit durchschnittlich 54,2% Ballbesitz haben sie den siebtmeisten Ballbesitz, was stellvertretend für den grundsätzlich positiven Ansatz von Trainer Lopez steht. Mit einer durchschnittlichen Passgenauigkeit von 81,0% sind sie zudem auch in dieser Hinsicht in der oberen Tabellenhälfte anzusiedeln, was wiederum für das ordentliche technische Niveau der Mannschaft spricht. Sie spielen viel über die Flügel (nur 26% der Angriffe gehen durchs Zentrum) und sind tendenziell etwas linkslastig (44% der Angriffe über links). Dabei sind sie relativ effektiv und erspielen sich viele Abschlüsse (die siebtmeisten der Liga) aus aussichtsreichen Positionen (die sechstmeisten Schüsse aufs Tor) von denen sie aber zu wenige in Tore ummünzen (die zehntmeisten Tore).

Gegen Barça sollten sie allerdings nicht allzu viele Chancen vergeben, falls sie erstmals etwas Zählbares aus dem Camp Nou entführen wollen. Dabei ist es sicherlich nicht hilfreich, dass mit José Campaña (27) und Enis Bardhi (25) Levantes beiden womöglich besten Spieler verletzungsbedingt ausfallen. Somit ruhen die Hoffnungen der Mannschaft einmal mehr auf Stürmer-Routinier und Kapitän José Luis Morales (33), der mit vier Toren erneut der beste Torjäger seiner Mannschaft ist. Mit seinem Tempo und seiner Schlitzohrigkeit ist er gerade im Konter enorm gefährlich – eine Eigenschaft, die am Sonntag höchstwahrscheinlich sehr gefragt sein wird.

(Photo by JOSE JORDAN/AFP via Getty Images)

Prognose

Der FC Barcelona geht als Favorit und mit der Hoffnung auf einen erneuten Heimsieg ins Spiel. Die Katalanen stehen jedoch bereits gewaltig unter Druck und haben auch weiterhin mit großen Verletzungssorgen zu kämpfen. Auch Levante hat schmerzhafte Ausfälle zu verkraften, kommt aber mit der Euphorie des befreienden Sieges über Getafe in der Vorwoche ins Camp Nou. Die „Granotas“ dürften dementsprechend mit einer guten Portion Hoffnung auf den ersten Punktgewinn in diesem Stadion anreisen – wann wenn nicht jetzt? Im heimischen Stadion ist es den Gastgebern aber mehr als nur zuzutrauen, dass sie ihre Probleme zumindest für einen Abend überwinden.

Mögliche Aufstellungen:

FC Barcelona: Ter Stegen – Dest, Aráujo, Lenglet, Jordi Alba – Busquets, Frenkie de Jong – Griezmann, Messi, Coutinho – Braithwaite

UD Levante: Aitor – Coke, Vezo, Postigo, Clerc – De Frutos, Vukcevic, Melero, Rochina – Roger, Dani Gómez

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(Photo by LLUIS GENE/AFP via Getty Images)

Christoph Albers

Cruyff-Jünger und Taktik-Liebhaber. Mag präzise Schnittstellen-Pässe, schwarze Leder-Fußballschuhe, Retro-Trikots und hat einen unerklärlichen Hang zu Fußball-Finanzen. Seit 2016 bei 90PLUS.

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