Super League: Dann geht doch! 

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Spotlight | Die Entwicklungen um die Super League sind folgerichtig, sollten aber nicht ohne Folgen bleiben. Das Beste was dem Fußball passieren kann, wäre wenn die beteiligten Vereine den Weg konsequent zu Ende gehen, findet unser Redakteur Julius Eid.

Super League: Kein Interesse mehr am nationalen Fußball

Ist es dieses Mal ernst gemeint? Das ist die erste Frage, die sich viele Fans am gestrigen Abend gestellt haben dürften, als neuerliche Berichte über eine geplante Super League an die Öffentlichkeit gerieten. Schon mehr als einmal wurde der Vorschlag einer geschlossenen, von der UEFA unabhängigen Liga der Topklubs immerhin als Drohgebärde ins Feld geführt. Nicht ohne Erfolg. Der europäische Fußballverband ließ sich immerhin dazu hinreißen, Champions-League-Reformen anzukündigen, die den „Großen“ entgegenkommen sollten. Diese Reformen sollen am Montag offiziell werden, die Diskussionen um die Super League erst einmal wieder von der Bildfläche verschwinden. Doch genau in dem Moment der vermeintlichen Einigung werden die Pläne der Topklubs auf einmal konkreter denn je. Es ist ein Schlag ins Gesicht der UEFA und der Fans. Seit Jahren treiben die Protagonisten den Fußball vor sich her, sichern sich mehr und mehr Vorteile. Doch es ist ihnen anscheinend immer noch nicht genug. 

Eine Koexistenz von Klubs, die in der Super League aktiv sind und Vereinen, denen dies per Konzept nie möglich sein wird, ist in einer heimischen Liga nicht machbar. Dies ist die schlichte Wahrheit. Zu groß wäre der Einkommensunterschied, um auch nur noch die jetzt schon wacklige Fassade von sportlichem Wettbewerb aufrecht zu erhalten. Es gibt keinen anderen Schluss, als dass die beteiligten Vereine sich dessen bewusst sind. Entweder man zerstört nationalen Fußball nachhaltig oder man ist bereit, den nationalen Fußball hinter sich zu lassen. Die Super-League-Klubs sind anscheinend bereit, beides in Kauf zu nehmen und haben alleine deshalb eindeutig klargemacht, sich komplett von der Basis des Sports entfernt zu haben. Dass es so kommt, war ein langer, aber absehbarer Weg. Alleine bei den beteiligten Klubs aus England wird deutlich, dass Besitzer, die keinerlei Bindungen zum Verein haben außer finanzielle Interessen, eine Gefahr für jeden Fan der Klubs sind. 

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Bitte, geht einfach

Die ständigen Versuche der Topklubs, sich eine unantastbare Stellung im Profifußball zu sichern widersprechen schlicht der Grundidee eines sportlichen Wettbewerbs europäischer Prägung. Der Weg in ein amerikanisches Franchise-System ist da nur folgerichtig. Ohne Folgen sollte er aber sicherlich nicht bleiben. Sollte die Super League tatsächlich entstehen, so muss man so klar und deutlich wie möglich festhalten: Das ist kein Entwicklungsschritt innerhalb des Fußballs, wie wir ihn kennen. Es ist die Gründung eines Konkurrenzproduktes. Als reines Entertainment-Produkt kann davon ausgegangen werden, dass man seinen Absatzmarkt findet. Aber wer Fußball als Volkssport lieben gelernt hat, wer sich der Emotion und der Unwägbarkeit dieses Sportes verschrieben hat, wer Leiden und Jubel als wichtigen Bestandteil des Fußballs sieht, der wird hier keine Heimat finden. Die Magie wird fehlen.

Als Fan kann man eigentlich nur hoffen, dass die Drohung dieses Mal ernstgemeint ist. Dass die Funktionäre die alleine mit der jetzigen Willenserklärung klar gemacht haben, dass sie keinerlei Interesse mehr an Fußball an sich haben, endlich den großen Schritt wagen und aus dem Fußball verschwinden. „Dann geht doch endlich“ will man ihnen zurufen. Geht und kommt nie wieder. Das wäre die größte Chance für alle anderen. Macht es unter euch aus. Verteilt eure Milliarden. Aber tut dies in einem Umfeld, in dem ihr unseren Sport nicht weiter zerreißt. Geht den Weg, den ihr begonnen habt zu Ende. Denn er führt euch weg von den nationalen Ligen, von den Menschen, die Fußball zu mehr als „nur“ einem Event machen. 

Photo by Marco Alpozzi LaPresse

Julius Eid

Seit 2018 bei 90PLUS, seit Riquelme Fußballfan. Gerade die emotionale Seite des Sports und Fan-Themen sind Julius‘ Steckenpferd. Alleine deshalb gilt: Klopp vor Guardiola.

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