Everton beendet Liverpool-Fluch, Außenminister Sterling und West Ham nun Londons Team?

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7 Awards – Premier League | Auch am 25. Spieltag hält der Abwärtstrend des FC Liverpool an. Stadtrivale Everton profitiert dagegen, während Manchester City souverän weiter siegt. Das und mehr…

„Liverpool-Fluch beendet“-Award: FC Everton

Fast 22 Jahre ist es her, dass der FC Everton den FC Liverpool an der Anfield Road bezwang. In den 23 letzten Merseyside-Derbys blieben die Toffees sogar unabhängig von der Spielstätte ohne Erfolg und wurden dadurch zu allem Überfluss sogar zum Lieblingsgegner des Stadtrivalen. Gegen keinen Gegner blieben die Reds in ihrer Geschichte länger ungeschlagen.

Am Samstag war damit endlich Schluss. Der FC Everton lieferte gegen den strauchelnden Meister eine hervorragende Mannschaftsleistung. Bereits nach drei Minuten brachte der fleißige Richarlison nach starker Vorarbeit von James Rodriguez die Gäste in Front. In der Folge hielt die kompakte Defensive um den souveränen Michael Keane und den reflexstarken Torhüter Jordan Pickford stand. Die Mannschaft von Carlo Ancelotti verteidigte geschickt und aufopferungsvoll. In der Schlussphase sorgte Gylfi Sigurdsson nach einem strittigen Elfmeter letztendlich für die verdiente 2:0-Entscheidung und kollektives Aufatmen im blauen Teil Liverpools.

Der Anfield-Fluch, der Liverpool-Fluch, beide sind endlich vorüber. Während Jürgen Klopp der Frust über die vierte Niederlage in Serie ins Gesicht geschrieben war, kam Ancelotti nach dem Spiel nicht aus dem Strahlen heraus. „Wir sind so glücklich. Nach einer langen Zeit konnte Everton in Anfield gewinnen, das ist ein tolles Geschenk für unsere Fans“, sagte der Italiener zur BBC und ergänzte: „Die Leistung war gut. Wir waren fokussiert, arbeiteten hart und als wir die Chancen hatten, waren wir effizient.“

Die Lücke zwischen den Stadtrivalen war selten so eng: Die Reds rutschen auf Platz sechs, die Toffees sind nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses auf dem Rang dahinter.

„Außenminister“-Award: Raheem Sterling

Als ausgerechnet der kleine Raheem Sterling bereits nach zwei Minuten für Manchester City den Ball in das Tor köpfte, drohte es ein langer Abend für den FC Arsenal zu werden. Doch die Gunners erholten sich von dem frühen Schock, fanden ins Spiel und machten dem Ligaprimus schließlich doch das Leben schwer. Doch auch den Londonern, die im letzten Drittel zu ungenau agierten, fiel gegen das derzeit wohl organisierteste wie spielstärkste Abwehrbollwerk Europas kein Mittel ein, es blieb bei einem ingesamt souveränen 1:0-Auswärtssieg für die Cityzens.

Und so kehren wir wieder zu dieser zweiten Spielminute zurück, denn es war Sterling, der im Emirates Stadium letztendlich den Unterschied machte. Darauf kann sich Manchester City in der Fremde sowieso verlassen. Laut Opta hat seit Beginn der Saison 2019/2020 kein Spieler mehr Auswärtsstore geschossen als der quirlige Flügelspieler (20).

Sein Team marschiert dank seines Treffers weiter, hat wettbewerbsübergreifend 18 Spiele in Serie gewonnen und führt mit zehn Punkten Vorsprung die Tabelle an.

(Photo by JULIAN FINNEY/POOL/AFP via Getty Images)

„Londons Team in der Champions League?“-Award: West Ham United

Ob Arsenal, Chelsea oder speziell in den letzten Jahren auch Tottenham: Seit zwei Dekaden gehört ein Team aus London zum Inventar der Champions League. In einer Saison, in der die Gunners erneut straucheln, die Blues einen Trainerwechsel benötigten und die Formkurve der Spurs nach unten zeigt, springt völlig überraschend die graue Maus aus Englands Hauptstadt in die Bresche – West Ham United.

Am Sonntag sicherten sich die Hammers zu Hause gegen Tottenham den siebten Sieg im neunten Spiel. Michail Antonio und Jesse Lingard lieferten bei der nächsten überzeugenden Vorstellung unter dem einst so viel-kritisierten Trainer David Moyes die Tore. Nachdem der Schotte mit seiner Mannschaft in der Vorsaison nur knapp den Abstieg verhindern konnte, verbringt West Ham United laut Opta erstmals seit 1985/1986 nach dem 25. Spieltag einer Spielzeit eine Nacht in den Top-Four. Damals reichte es am Ende zu Platz drei.

„Wir können sogar noch besser spielen“, sagte Moyes nach dem Spiel bei der BBC. Das wird auch nötig werden, um den Champions-League-Platz vor dem FC Chelsea zu verteidigen. Die Blues sind unter Thomas Tuchel im Aufwind, haben nur zwei Punkte Rückstand. Und West Ham bekommt es in den nächsten vier Spielen mit Manchester City, Manchester United, Leeds und Arsenal zu tun. Meistern die Hammers auch diese Hürden, könnten sie 2021/2022 tatsächlich Londons Team in der Champions League werden.

(Photo by NEIL HALL/POOL/AFP via Getty Images)

„Ungewohnter Matchwinner“-Award: Daniel James

Es war ein unangenehmes Spiel gegen Newcastle United am Sonntagabend. Manchester United kam nicht richtig in die Gänge, nach knapp einer Stunde stand es leistungsgerecht 1:1-Unentschieden. Dann veränderte plötzlich ein Akteur das Spiel. Nein, nicht Marcus Rashford oder Bruno Fernandes, sondern Daniel James. In der 57. Minute landete eine verirrte Hereingabe vor den Füßen des Walisers, der trocken zum 2:1 einnetzte. Die Magpies ließen die Köpfe hängen, Fernandes sorgte vom Punkt für die 3:1-Entscheidung.

In einer Saison, die bei nun insgesamt 15 Toren und zehn Vorlagen beinahe im Alleingang von Bruno Fernandes diktiert wird, tauchte gegen Newcastle plötzlich ein ungewohnter Matchwinner auf. Im Sommer 2019 aus Swansea verpflichtet, war der 23-jährige Flügelspieler zuletzt in Vergessenheit geraten. Am Sonntag durfte er erstmals seit Ende Dezember von Anfang an ran und bedankte sich prompt mit dem entscheidenden Tor. Vielleicht sollte Ole Gunnar Solskjaer öfter auf ihn setzen. James hat in 13 Einsätzen bereits fünf Tore erzielt – eins mehr als in den 46 Spielen im Vorjahr.

„Problem-Kind?“-Award: Callum Hudson-Odoi

Lange buhlte der FC Bayern München um Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea. Am Ende aber konnten die Blues ihr Top-Talent langfristig binden. Der erhoffte Durchbruch in London bislang allerdings aus. Nachdem der Flügelspieler 2019 von einem Achillessehnenriss gebremst wurde, ließen Konkurrenzkampf und weitere nicklige Blessuren auch 2020 keine Leistungsexplosion zu. 2021, unter Thomas Tuchel, sollte sich das nun ändern.

Hudson-Odoi stand seit dem Trainerwechsel in vier von fünf Spielen in der Startelf, deutete sein Talent immer wieder an. Das genügt allerdings nicht, wie Tuchel am Sonntag unmissverständlich klar machte. Beim 1:1 gegen Southampton erlitt der 20-Jährige die Höchststrafe: Einwechslung in der 45. Minute, Auswechslung in der 76. Minute. „Ich war nicht glücklich über seine Einstellung, seiner Energie und seinem Gegenpressing“, sagte Tuchel gegenüber BT Sport und ergänzte: „Ich nahm ihn runter, wir verlangen 100 Prozent und ich finde, dass er so nicht in der richtigen Verfassung ist, uns zu helfen.“

Wird Hudson-Odoi vom Wunder- zum Problemkind? Viel eher scheint Tuchel den Engländer wachrütteln zu wollen. „Es war eine harte Entscheidung, aber morgen ist alles vergessen und er hat alle Möglichkeiten, gegen Atletico Madrid (Champions League, Dienstag; d.Red.) zu starten“, betonte der Deutsche.

„Spielmacher macht den Unterschied“-Award: Aston Villa vs Leicester

Sowohl Aston Villa als auch Leicester City verlassen sich in der Offensive jeweils auf die Kreativität eines typischen Spielmachers. Kein Wunder, denn mit Jack Grealish und James Maddison verfügen beide über zwei der vielversprechendsten Engländer auf dieser Position. Mit ihnen im Team steht und fällt das Angriffsspiel.

Das direkte Duell der beiden Teams lieferte dafür einen eindrucksvollen Beweis, denn Villa musste am Sonntag auf seinen verletzten Spielmacher verzichten. Ohne die Inspiration von Grealish fand das Offensivspiel der Hausherren quasi nicht statt. Leicester dagegen riss mit Maddison im Zentrum die Partie an sich. Der 24-Jährige brachte seine Mannschaft mit seinem 1:0 auf die Siegerstraße – seine neunte Torbeteiligung im zehnten Spiel. Am Ende gewannen die Foxes relativ souverän mit 2:1 und untermauerten Platz drei.

Maddison machte an diesem Tag den Unterschied, bei Villa fehlte es dagegen an allen Ecken und Enden. Wie immer, wenn Grealish nicht mitwirken kann. Laut Opta haben die Villains unter Trainer Dean Smith im Ligabetrieb in 80 Partien mit dem Kapitän im Aufgebot 1,5 Punkte pro Partie geholt, in den 18 Spielen ohne ihn dagegen nur 0,9. Glücklicherweise sollte der 25-Jährige bereits in der nächsten Partie wieder zur Verfügung stehen.

„Perfekte Woche“-Award: FC Fulham

Vor genau einer Woche hatte der FC Fulham stolze acht Zähler Rückstand auf das rettende Ufer. Bei nur zwei Siegen aus 23 Spielen bestand zudem nicht sonderlich viel Hoffnung auf eine Trendwende. Doch genau diese scheint in der abgelaufenen Woche eingetreten zu sein.

Am Samstag gewann die Mannschaft von Scott Parker verdient mit 1:0 gegen Schlusslicht Sheffield United. Es war der zweite Sieg binnen einer Woche. Dazwischen gab es unter der Woche ein 1:1 beim FC Burnley, vergangenen Sonntag feierten die Londoner zuvor den ersten Sieg seit November (2:0 bei Everton).

Der FC Fulham hat plötzlich neuen Antrieb im Abstiegskampf, sowohl Newcastle (drei Punkte Vorsprung) als auch Brighton (vier Punkte) sind mittlerweile in Reichweite. „Die Mannschaft hat echten Glauben und ich will, dass wir uns auf uns fokussieren“, sagte Parker zur BBC. Nach dieser Woche hat er jeden Grund dazu.

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(Photo by PHIL NOBLE/POOL/AFP via Getty Images)

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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