Unangenehme Aufgabe im Stadtduell: Real Madrid tritt bei Getafe an

Getafe Real
Vorschau

Vorschau | Real Madrid ist vollends im Meisterschaftsrennen zurück. Um die aussichtsreiche Position zu halten wird ein Sieg beim kriselnden FC Getafe benötigt. 

Anpfiff der Partie ist am Sonntag, 21.00 Uhr, live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Getafe:Kein Sieg und nur zwei Tore in den vergangenen fünf Spielen
  • Real ist seit zehn Spielen ungeschlagen
  • Die Azulones gewannen das kleine Stadtderby letztmals im August 2012

FC Getafe: Mitten im Abstiegskampf

Die Getafenses erlebten enorm erfolgreiche Jahre seit dem Wiederaufstieg im Jahre 2017. Der kleine Klub aus der Hauptstadt klopfte sogar an der Tür zur Champions League an. Letztlich reichte es immerhin zur Teilnahme an der Europa League, wo man das Achtelfinale erreichte. Die vergangenen Spielzeit beendete Getafe unter unglücklichen Umständen „nur“ auf Rang acht. Ähnliches wurde der Mannschaft auch vor Saisonbeginn zugetraut. Denn Trainer Pepe Bordalas (57) vertritt einen klaren Spielstil, der den FC zu einem der unliebsten Gegner der gesamten Primera Division aufsteigen ließ. Sein Ansatz beruht auf einer kompakten Defensive sowie wenig Ballbesitz, der in der laufenden Spielzeit bei knapp 44 Prozent liegt. Hauptziel ist es dem Gegner die Freude an der Begegnung zu nehmen. Dank der Stärke bei Standardsituationen sprangen in der Vergangenheit zahlreiche 1:0-Erfolge heraus. Doch momentan schaut de Situation eher ernüchternd aus.

Die Konkurrenten scheinen die Idee von Bordalas entschlüsselt zu haben. Die Azulones bejubelten in der laufenden Spielzeit gerade einmal 22 Tore, was den niedrigsten Wert im Ligabetrieb darstellt. Oftmals mangelte es daran, überhaupt Torchancen zu kreieren. In den vergangenen Heimspielen gelang dies. Der Fortschritt spiegelte sich aber keineswegs in den Resultaten wieder. Auf ein 1:1 gegen Elche folgte eine überaus bittere 0:1-Niederlage gegen Cadiz, obwohl die Gastgeber bei den „xGoals“ eine – für ihre Verhältnisse außergewöhnlich hohe – Zahl von 2,78 erreichten. Wieder einmal zeigte sich, dass dem Kader ein Vollstrecker fehlt. Bezeichnend: Angel Rodriguez (33) und Jaime Mata (32) sind mit fünf Treffern die besten Torschützen. Zudem verpasste es Getafe das vermeintlich sichere Polster auf die Abstiegsränge weiter auszubauen. Stattdessen zog ein direkter Konkurrent davon und der Vorsprung auf die bedrohliche Zone beträgt nur noch vier Punkte.

FC Getafe Bordalas

Photo: Imago/Inigo Larreina

Getafe steht vor brisanter englischer Woche

Bordalas ist sich der Situation bewusst: „Wir haben nicht viel Erfolg vor dem Tor, und das macht uns zu schaffen. Mit zehn-zwölf Toren mehr würden wir viel höher stehen.“ Die Aufgaben werden allerdings keineswegs leichter. Am Sonntag gastiert Real Madrid im Coliseum Alfonso Perez, danach geht es Donnerstag zum FC Barcelona, ehe der Abstiegskracher gegen das aufstrebende Huesca ansteht. Die englische Woche könnte also klar aufzeigen, in welche Richtung die Reise geht. Der Chefcoach blickt gelassen auf die kommenden Spiele:„Der Kalender ist, wie er ist. Wir müssen uns der Sache stellen. Es gibt keine andere Wahl.“ Getafe darf sich aber auch Hoffnungen auf etwas Zählbares machen. Denn im eigenen Stadion kaufte man Barca bereits den Schneid ab und setzte sich mit 1:0 durch, Spitzenreiter Atletico knüpfte man einen Zähler ab (0:0).

Bordalas wird erneut auf eine stabile Defensive bauen, um die Innenverteidiger Djene (29) und dem erst im Winter aus Villareal geliehen Soufiane Chakla (27). Davor sollen die begabten Mauro Arambarri (25) und Nemanja Maksimovic (26) dem Auftreten der Mannschaft Sicherheit verleihen. In der gegnerischen Spielhälfte liegt es Barca-Leihgabe Carlos Alena (23) oder dem spanischen U21-Nationalspieler Mark Cucurella (22), die die Fähigkeiten mitbringen auch eine hochkarätige Defensive in Schwierigkeiten zu bringen. Nicht zur Verfügung stehen hingegen Erik Cabaco (25), Angreifer Cucho (21) sowie Dario Poveda (24).

 

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Real Madrid: Die 35. Meisterschaft in Sichtweite

Die Königlichen standen jüngst vor der vermeintlichen Woche der Wahrheit, da sämtliche Titelchancen verloren gehen hätten können. Bekanntlich meisterten sie die komplizierten Aufgaben sowohl in La Liga als auch in der Champions League. Durch den 2:1-Erfolg im Clasico. und dem folgenden nächsten Ausrutscher von Atletico rückte Real bis auf einen Zähler an den Tabellenführer heran. Die Verteidigung des Meistertitels ist also längst realisierbar. Vor allem spricht der Trend für die Madrilenen. 26 von möglichen 30 Punkten sammelten sie aus den vergangenen zehn Begegnungen ein. Eine tragende Rolle nahm – wie gewohnt – Karim Benzema (33) ein. Sein später Ausgleichstreffer im Stadtderby leitete die Aufholjagd überhaupt erst ein. Auch im Clasico traf er zur richtungsweisenden Führung, die der formstarke Toni Kroos (31) mit einem abgefälschten Freistoß veredelte und in der Schlussphase doch noch in Gefahr geriet.

Benzema steht alleine in La Liga bei schon 19 Saisontoren – und inzwischen auch vor einer Vertragsverlängerung bis 2023. Am Mittwoch beim Rückspiel in Liverpool trat er allerdings kaum in Erscheinung. Real investierte nicht mehr als nötig ins Angriffsspiel. Eine abgeklärte Vorstellung langte letztlich zum torlosen Remis, was angesichts des 3:1-Siegs aus der ersten Partie das sichere Weiterkommen bedeutete. Dementsprechend zufrieden äußerte sich Trainer Zinedine Zidane (48) im Anschluss: „Wir haben uns die nächste Runde verdient, waren sehr solide. Wir können wieder einmal stolz auf das sein, was wir geleistet haben.“ Er betonte allerdings auch: „Gewonnen haben wir noch nichts. Wir müssen weitermachen. Wie genießen das, aber denken nur an das nächste Spiel im Sonntag.“ Getafe zählt zu den Lieblingsgegnern seiner Mannschaft. Ein Tor kassierte Madrid letztmals im März 2018. Die Defensive wird jedoch heute besonders auf dem Prüfstand stehen, da sie zum wiederholten Male neu formiert werden muss.

 

Real hat erneut mit personellen Sorgen zu kämpfen

Schon in den letzten Spielen fiel mit Sergio Ramos (35) aufgrund von Wadenproblemen und Raphael Varane (27), der sich mit dem Coronavirus infizierte (27) die gesetzte Innenverteidigung aus. Besonders an das Fehlen von Ramos hat man sich bei Madrilenen in diesem Spieljahr längst gewöhnt – womöglich auch über den Sommer hinaus. Eder Militao (23) und Nacho (31) erledigten die Vertretung hervorragend. Der vielseitige Nacho handelte sich allerdings die fünfte Gelbe Karte ein und muss ebenfalls aussetzen. Zudem sah Casemiro die Ampelkarte (29), weshalb Zidane – wie schon im Hinspiel, als er erstmals eine Dreierkette aufstellte, kräftig umbauen muss. Victor Chust (21) könnte aus der Zweitvertretung direkt in die Startelf rutschen. Auch Alvaro Odriozola (25) wird von Beginn an erwartet. Allzweckwaffe Federico Valverde (22) würde dafür ins zentrale Mittelfeld rutschen.

Immerhin absolvierten Daniel Carvajal (29) und Eden Hazard (30) das Abschlusstraining. Bei beiden Personalien dürfte Zidane allerdings Vorsicht walten lassen. Bei schneller hoher Belastung droht ein erneuter Ausfall, der diesmal gleichbedeutend mit dem Saisonaus wäre. Definitiv weiterhin zusehen muss der unter einer Kreuzbandverletzung leidende Lucas Vazquez (29).

Prognose

Das ersatzgeschwächte Real Madrid wird bei einem äußerst kämpferischen Getafe einen seiner vielen Arbeitssiege landen, da die Form momentan ganz klar für die Königlichen spricht und auf Torjäger Benzema Verlass besteht. 

Mögliche Aufstellungen:

Getafe: Soria,-Suarez, Chakla, Djene, Oliveira,-Arrmabari, Maksimovic,-Nyom, Alena, Cucurella,-Mata

Real: Courtois,-Odriozola, Miliato, Chust, Mendy,-Kroos, Valverde, Modric,- Asensio, Benzema, Vinicius 

(Photo: Imago)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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