FC Barcelona vs. SD Huesca – Voller Fokus auf die Liga

Vorschau

Vorschau | Nach dem 1:1 im Achtelfinal-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain, ist der FC Barcelona erwartungsgemäß aber erhobenen Hauptes aus der Champions League ausgeschieden. Folglich heißt es nun voller Fokus auf die Liga, wo die Katalanen (nur) noch sechs Punkte Rückstand auf  Spitzenreiter Atlético aufholen müssen. Ein Sieg gegen Schlusslicht Huesca ist Pflicht. 

Anpfiff der Partie ist am Montag, 21 Uhr, Live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Huesca trat bisher zweimal zu Pflichtspielen im Camp Nou an: 2:8 und 1:8
  • Barça ist seit mittlerweile 16 (!) Ligaspielen ungeschlagen
  • Huesca steht seit dem siebten Spieltag ununterbrochen auf einem Abstiegsplatz

FC Barcelona

Zwei große Comebacks innerhalb von nur einer Woche waren am Ende doch eine zu große Hürde für den FC Barcelona. Nach dem spektakulären 3:0-Sieg nach Verlängerung (nach einer 0:2-Hinspiel-Niederlage) im Halbfinale der Copa del Rey am Mittwoch der Vorwoche, musste sich der FC Barcelona am Mittwoch mit einem 1:1 beim FC Paris St. Germain zufrieden geben. Die 1:4-Niederlage im Hinspiel war eine zu große Hypothek und war letztlich gleichbedeutend mit dem Ausscheiden im Champions-League-Achtelfinale. 

Euphorie trotz des Ausscheidens

Damit schied Barça erstmal seit der Saison 2006/07 wieder in der Runde der letzten 16 aus. Ein Rückschlag, der aber trotzdem nicht zu schlechter Stimmung führt. Der ärgerliche Elfmeter, der zum 0:1-Rückstand führte, Messis verschossener Elfmeter unmittelbar vor der Pause und die vielen verpassten Chancen in der ersten Halbzeit lassen die Katalanen und Trainer Koeman mit Sicherheit ein wenig hadern, aber der Blick ist trotzdem nach vorn gerichtet. 

Nachdem Joan Laporta, der bereits zwischen 2003 und 2010 Barça-Präsident war, am vergangenen Sonntag erneut zum Präsidenten gewählt wurde, umgibt den gesamten Verein eine gewisse Euphorie, die durch den Einzug ins Pokalfinale, die wieder aufkeimende Hoffnung auf die Meisterschaft und nicht zuletzt auch die spielerische Entwicklung zusätzlich verstärkt wird. Um diese Euphorie aufrecht zu erhalten, muss die Mannschaft aber weiter gewinnen. Dass Spitzenreiter Atlético am Samstagabend nicht über ein 0:0 bei Getafe hinausgekommen ist, dürfte eine zusätzliche Motivation sein.

Araújo mögliche Rückkehr als Lösung zweier Probleme

Für Koeman dürfte die größte Herausforderung unterdessen in der Belastungssteuerung liegen. Mit dem 3-1-4-2-Grundordnung hat der Niederländer zuletzt zwar eine sehr gut funktionierende Struktur gefunden, doch personell muss er immer wieder improvisieren. Gegen PSG bot er beispielsweise Mittelfeldspieler Frenkie de Jong als zentralen Mann in der Dreierkette auf. Der 23-jährige machte zwar ein gutes Spiel als Spielmacher aus der Tiefe, doch in der Offensive wurden seine Tiefenläufe schmerzlich vermisst. Gegen Huesca wird er daher aller Voraussicht nach auf seine angestammte Position als rechter „Achter“ zurückkehren.

Zurückkehren könnte auch Abwehrspieler Ronald Araújo (21), der zuletzt verletzt fehlte. Vor seiner Verletzung, die ihn insgesamt acht Spiele (mit einer kurzen Unterbrechung von 15 Minuten in der Liga gegen Sevilla) lang zum Aussetzen zwang, war er womöglich der stabilste Abwehrspieler Barças. Nun könnte er ins Abwehrzentrum zurückkehren um dort den weiterhin verletzten Gerard Piqué (34) zu vertreten. Mit seinem Tempo könnte er eine große Hilfe sein, um Barças Abwehr gegen die Konter der Gäste zu wappnen.

 

 

SD Huesca

Mit nur einem Sieg und zwölf Punkten aus den 19 Spielen, schloss Aufsteiger Huesca die Hinrunde als Tabellenletzter ab. Ähnlich war es auch schon in der Saison 2018/19, der einzigen bisherigen La-Liga-Saison der Vereinsgeschichte, als die Aragonier die Hinrunde mit gerade mal elf Punkten als Schlusslicht abschlossen. Damals steigerten sie sich in der Rückrunde zwar beträchtlich und holten weitere 22 Zähler, doch der Abstieg als Vorletzter konnte trotzdem nicht vermieden werden. Mit bisher acht Punkten aus sieben Rückrundenspielen kommen sie passenderweise auf nahezu den gleichen Rückrunden-Punkteschnitt wie in der Saison 2018/19 (2020/21: 1,143 – 2018/19: 1,158). 

Die Hoffnung lebt

Dennoch sollte man nicht den Fehler machen, Huesca abzuschreiben. Der Rückstand aufs rettende Ufer beträgt lediglich vier Punkte und die Konkurrenz ist keinesfalls übermächtig. So legt beispielsweise die xP-Statistik (Expected Points) von understat.com nahe, dass Elche, das derzeit auf Platz 17 steht, eigentlich nur mit 15,88 (-8,32 Punkte) Punkten hätte rechnen dürfen, während Huesca mit 28,36 Punkten (+8,36 Punkten) stehen sollte und sich damit nahezu auf Augenhöhe mit Teams wie Alavés (28,69 xP), Valladolid (29,00 xP), Valencia (29,31 xP) oder Cadiz (29,77 xP) bewegt. Das macht Hoffnung!

Weniger Hoffnung macht dagegen die Erfahrung aus dem Hinspiel: Bei der vermeintlich knappen 0:1-Heimniederlage Anfang Januar war Huesca heillos unterlegen und hatte angesichts der xG-Statistik von 0,26:3,21 viel Glück, dass das Ergebnis nicht höher ausgefallen ist. Selbst kam Huesca nicht vor der 62. Spielminute zum Abschluss, während Barça zahlreiche gute Gelegenheiten – allen voran Pedri und Ousmane Dembélé – ausließ. Vor allem im Pressing wusste Barça zu überzeugen, wie auch der PPDA-Wert (Passes allowed per defensive action in the opposition half) von 6,06 belegt. 

Fixpunkt Rafa Mir

Ein ähnliches Spiel ist aus Huescas Sicht auch am Montag zu befürchten, zumal das Team im Camp Nou bisher keine allzu guten Erfahrungen gemacht hat. Um eine erneute Vorführung zu vermeiden, muss die Mannschaft vor allem defensiv sicher stehen und offensiv immer wieder für Entlastung sorgen, um den Druck auf der Gastgeber nicht zu groß werden zu lassen. Bei Letzterem dürfte der Fokus vor allem auf Stürmer Rafa Mir (23) liegen.

Der 1,91m-große Spanier ist mit zehn Pflichtspiel-Toren in 27 Einsätzen Huescas bester Torschütze. Darüber hinaus ist er mit seiner Statur prädestiniert, um Kopfball-Duelle zu gewinnen, Bälle festzumachen und seiner Mannschaft die Möglichkeit zu geben nachzurücken. Eine interessante Paarung, zumal er vielleicht auf einen noch nicht völlig bereiten Ronald Araújo trifft.

(Daniel Marzox, imago)

Prognose

Der FC Barcelona ist klarer Favorit und sollte sein Heimspiel gegen das Tabellen-Schlusslicht in 99 von 100 Fällen problemlos gewinnen. Die hohe Belastung der vergangenen Wochen und die anhaltenden Verletzungssorgen könnten zwar immer dafür sorgen, dass dieser eine Fall eintritt, doch die spielerische Entwicklung der vergangenen Wochen und die allgemeine Euphorie rund um den Club sprechen eher dagegen.

 

 

Mögliche Aufstellungen:

FC Barcelona: Ter Stegen – Mingueza, Araújo, Lenglet – Sergio Busquets – Dest, F. de Jong, Pedri, Jordi Alba – Messi, Dembélé

SD Huesca: Álvaro Fernández – Pulido, Siovas, Insúa – Pablo Maffeo, Jaime Seoane, Mikel Rico, Javi Galán – Dani Escriche – Ferreiro, Rafa Mir

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Christoph Albers

Cruyff-Jünger und Taktik-Liebhaber. Mag präzise Schnittstellen-Pässe, schwarze Leder-Fußballschuhe, Retro-Trikots und hat einen unerklärlichen Hang zu Fußball-Finanzen. Seit 2016 bei 90PLUS.

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