Heimspiel gegen Granada: Springt Barcelona an die Tabellenspitze ?

Barca Granada
Vorschau

Vorschau | Der FC Barcelona fand nach der Niederlage im Clasico direkt wieder in die Erfolgsspur. Im Nachholspiel empfangen die Katalanen den Achtplatzierten FC Granada, mit dem sie sich im Februar noch einen packenden Pokalfight lieferten.

Anpfiff der Partie ist am Donnerstag, 19.00 Uhr, Live bei DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Barcelona: Der Gewinn des Doubles ist greifbar
  • Granada: Auf fremden Platz läuft wenig zusammen
  • Barca gewann die diesjährigen Duelle mit 4:0 und 5:3

FC Barcelona will eine herausragende Ausgangsposition kreieren

Der FC Barcelona steht deutlich besser da, als es viele Beobachter vor Monaten erwartet hätten. Einen entscheidenden Einfluss hatte dabei ein Aufeinandertreffen mit dem heutigen Gegner aus Granada. Im Viertelfinale der Copa del Rey lag die Blaugrana bis zur 88.Minute mit 0:2 im Hintertreffen. Dann retteten sie der wiedererstarkte Antoine Griezmann (30) und Jordi Alba (32) in die Verlängerung, wo sie sich schließlich mit 5:3 durchsetzten und das Halbfinale erreichten. Die schwere Hürde Sevilla überquerten die Katalanen mit großer Mühe. Das Endspiel gegen Athletic Bilbao verlief dagegen reibungslos. 4:0 hieß es nach einseitigen 90 Minuten. Der 31.Gewinn der Copa del Rey war auch als Antwort auf die bittere Niederlage im Clasico zu verstehen. Barcelona verkraftete sie und befindet sich inzwischen auch im Ligabetrieb in einer glänzenden Lage.

 

Denn die eigenen Hausaufgaben wurden erledigt. Auf das etwas zu hoch ausfallende 5:2 gegen Getafe folgte der verdiente 2:1-Erfolg beim FC Villarreal. Zunächst gerieten die Katalanen allerdings ins Hintertreffen. Doch die Antwort folgte postwendend. Schon zur Pause stand nach einem Doppelpack von Griezmann zu Buche, die nach dem Seitenwechsel in Überzahl gekonnt verwaltet wurde. Da der bisherige Tabellenführer Atletico und auch Erzrivale Real Madrid sich weitere Ausrutscher leisteten, könnte Barca mit einem Sieg am heutigen Abend den Platz an der Sonne übernehmen. Ohnehin hat Barcelona die Meisterschaft längst in der eigenen Hand. Denn am 8.Mai steigt im Camp Nou das Gipfeltreffen mit den Colchoneros. Eine angenehmere Ausgangsposition ergibt sich aber nur in der Rolle des Erstplatzierten, der voller Selbstvertrauen in das Duell gehen kann.

Koeman steht im Fokus

Dies ist auch ein Verdienst von Trainer Ronald Koeman (57), der dem Kader mit der Dreierkette eine funktionierende Ausrichtung verpasst. Der Niederländer lässt sich auch von den Spekulationen um seine noch ungewisse Zukunft nicht aus der Ruhe bringen: „Ich denke schon, dass ich in der kommenden Saison noch Trainer bin. Der Präsident hat mich bislang immer unterstützt, außerdem habe ich noch Vertrag.“ Das beste Argument für eine weitere Zusammenarbeit wäre die Titelkombination aus Meisterschaft und Copa del Rey.

Dafür muss gegen die Andalusier ein ähnlich souveräner Auftritt wie im ersten Ligavergleich her, den Barcelona völlig ungefährdet mit 4:0 gewann. Unter anderem traf damals Lionel Messi doppelt, dessen Vertragsverlängerung ein weiteres heikles Thema darstellt. Mit 25 Treffern führt er momentan die Torschützenliste an. Anders ergeht es dagegen seinem unter einer Sprunggelenksverletzung leidenden Angriffspartner Martin Braithwaite (29). Der Däne fällt genauso aus wie Coutinho (28) und Ansu Fati (18), für die die Spielzeit gelaufen ist.

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FC Granada: Die Saison solide abschließen

Diego Martinez (40) leitet seit dem 01.07.2018 die Geschicke des FC Granada. Sein Wirken entwickelte sich zu einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte. Zunächst führte er die Nazaries zurück in die Erstklassigkeit, wo sie sich direkt etablierten. Die Saison verlief dennoch keineswegs ruhig. Denn am letzten Spieltag geschah das nahezu Unglaubliche. Am letzten Spieltag sprangen die Andalusier auf Rang sieben und qualifizierten sich zum ersten Mal in der Vereinshistorie für den Europapokal. Martinez stand somit vor der schwierigen Aufgabe, die Dreifachbelastung aus Liga, Copa del Rey und Europa League zu stemmen. Dies gelang ihm erstaunlich souverän.

Der FC sorgte in der Europa League für Furore, in dem er in der Zwischenrunde sogar den SSC Neapel (2:0/1:1) ausschaltete. Die tolle Reise durch Europa endete erst im Viertelfinale. Manchester United erwies sich in beiden Begegnungen als eine Nummer zu groß. In der Copa del Rey schaffte es Granada ebenfalls bis unter die letzten Acht. In jener Partie gegen Barcelona wäre bekanntlich beinahe ein großer Coup gelungen. Im Hauptfokus stand jedoch weiterhin das Tagesgeschäft, was sich auch in den Resultaten widerspiegelte. Zu keinem Zeitpunkt der Saison befand sich der Verein schlechter platziert als Rang acht. Trainer Martinez blieb seinem Stil, der auf einem klassischen 4-2-3-1-System über die gesamte Saison hinweg treu. Vor allem im heimischen Estadio Nuevo Los Carmens bot seine Mannschaft überzeugende Leistungen und sammelte über 30 Punkte ein.

Barca Granada

Photo: Imago

Granada auf fremden Platz und personell mit Problemen

Anders schauen die Ergebnisse in den gegnerischen Stadien aus. In 16 Auswärtsspielen fuhren die Andalusier gerade einmal zwölf Zähler ein. Der letzte Sieg auf fremden Platz ereignete sich am 13.Dezember des vergangenen Jahres in Elche (1:0). Bei Spitzenmannschaften verließ Granada das Spielfeld stets als Verlierer. Erst am vergangenen Sonntag unterlag es der Mannschaft der Stunde aus Sevilla mit 1:2. Neben der erheblichen Auswärtsschwäche hat Martinez auch mit Defensivproblemen, die sich aus den großen Personalsorgen ergeben, zu kämpfen. Mit Domingos Duarte (26), Neyder Lozano (27) und Luis Milla (26) fallen drei Akteure langfristig aus. Dazu stehen verletzungsbedingt Carlos Neva (24), Torhüter Rui Silva (27) und der von Real Madrid ausgeliehene Jesus Vallejo (24) nicht zur Verfügung. Flügelspieler Antonio Puertas (29) und Angel Montoro (32) fehlen gelbgesperrt.

Granada kassierte bereits 53 Gegentore, was Liga-Höchstwert ist. Neben einer geschlossenen Mannschaftsleistung, die individuelle Qualitätsunterschiede beseitig, werden in Katalonien auch offensive Nadelstiche benötigt. Zu allem Überfluss steht aber der Einsatz des Toptorjägers Roberto Soldado (35) auf der Kippe. Kreativspieler Kenedy (25) sollte dagegen rechtzeitig fit werden. Für den Brasilianer erwies sich der Tabellenachte als passende Leihstation, um wieder Fuß zu fassen. Genauso wie für Yangel Herrera (23), der von Manchester City für zunächst ein Jahr kam und sich zu einem Leistungsträger entwickelte.

Prognose:

Der FC Barcelona wird den Schwung aus den letzten Spielen mitnehmen und die defensiven Schwächen der ersatzgeschwächten Andalusier in einen letztlich ungefährdeten Erfolg ummünzen. 

Mögliche Aufstellung:

Barcelona: ter Stegen,-Mingueza, Pique, Lenglet,-Busquets,-Roberto, de Jong, Pedri, Alba,-Griezmann, Messi

Granada: Escandell,-Diaz, Perez, Sanchez, Quino,-Eteki, Herrera,-Kenedy, Suarez Charris, Machis,-Soldado

(Photo: Imago/Carlos Gil)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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