AC Milan nach dem Derbysieg: Bereit für große Ziele

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Am Samstag fand im altehrwürdigen San Siro in Mailand das Derby della Madonnina statt. Inter traf als Gastgeber auf Milan, beide Teams hatten viel vor. Am Ende setzten sich die Rossoneri mit 2:1 durch, dank eines Doppelpacks von Zlatan Ibrahimovic.

  • Milan: Wohin kann die Reise gehen?
  • Ibrahimovic als Anführer
  • Probleme im Kader scheinen beseitigt

Ibrahimovic führt Milan zum Derbysieg

Dass der schwedische Stürmer Zlatan Ibrahimovic auch mit 39 Jahren noch über enorme Qualität verfügt, zeigte er in den letzten Wochen eindrucksvoll. Sein Auftritt im Derby war aber wieder einmal bemerkenswert. Ibrahimovic hat eine ganz besondere Aura auf dem Platz, die in großen Spielen dafür sorgen kann, dass sie die Mitspieler beflügelt. Der Schwede war immer anspielbar, wusste in jeder Situation etwas mit dem Ball anzufangen. Einen Elfmeter, den er selbst herausholte, verwandelte er zwar erst im Nachschuss, dennoch ließ er sich anschließend gebührend feiern.

(Photo by MIGUEL MEDINA/AFP via Getty Images)

Vielleicht wusste er, dass das noch nicht sein letzter Akt in diesem Spiel sein würde. Nur wenige Minuten später erzielte Ibrahimovic nämlich seinen zweiten Treffer an diesem Abend. Mit dem 0:2 war die Vorentscheidung bereits hergestellt, auch wenn Inter noch einmal herankam. Der 2:1-Sieg war nicht nur für Ibrahimovic eine Bestätigung, sondern für den gesamten Klub. Milan belohnte sich nämlich für eine Entwicklung, die schneller vonstatten ging, als man es erwarten konnte.

Stefano Pioli scheint doch der richtige Mann zu sein

Überraschend ist das vor allem, wenn man die Diskussionen von vor wenigen Monaten noch einmal Revue passieren lässt. Milan spielte unter dem neuen Trainer Stefano Pioli (54) eine sehr ordentliche, aber keine überragende Saison. Ralf Rangnick (62) wurde als neuer Sportdirektor und Trainer gehalten, intern gab es Meinungsverschiedenheiten. Aber Pioli blieb am Ende im Amt und konnte den ein oder anderen Wunschspieler nach Mailand lotsen.

Diogo Dalot (21) erweitert die Möglichkeiten auf der defensiven Außenbahn, Brahim Diaz (21) und Jens Peter Hauge (21) sind kluge Ergänzungen im offensiven Bereich und mit Sandro Tonali (20) kam ein extrem talentierter Mittelfeldspieler, dem man eine prägende Rolle in Italiens Nationalmannschaft zutraut. Die neuen Spieler sind jung, hungrig, formbar und verschärfen den Konkurrenzkampf. 

Nicht nur der Kader wurde verbessert, Milan spielt auch einen besseren Fußball. Die Vorbereitung unter Pioli hat der Mannschaft gut getan. Es entstanden Strukturen, die Automatismen sind da, die Laufwege stimmen und die Mannschaft arbeitet sehr organisiert gegen den Ball. Nach jetzigem Stand scheint es sich definitiv gelohnt zu haben, dass die Rossoneri an Pioli festgehalten haben.

Viele Faktoren deuten auf gute Milan-Saison hin

Die Bilanz nach vier Spieltagen spricht jedenfalls eine klare Sprache. Milan hat alle Spiele gewonnen, nur ein Gegentor kassiert. Doch nicht nur der verstärkte Kader ist ein Faktor, der auf eine sehr gute Saison hindeutet. Milan spielt „nur“ in der Europa League, kann es sich dort leisten, zu rotieren. Das ist angesichts des sehr eng getakteten Terminkalenders eminent wichtig. Darüber hinaus stimmt die Mischung in der Mannschaft einfach. Der breite Kader, der über erfahrene Fixpunkte wie Ibrahimovic oder Simon Kjaer (31) verfügt, aber auch viele, junge Talente beinhaltet, ist ebenfalls positiv hervorzuheben.

(Photo by Marco Luzzani/Getty Images)

Gianluigi Donnarumma (21), Alessio Romagnoli (25), Theo Hernandez (23), Ismael Bennacer (22): Viele der wichtigsten Spieler in der Mannschaft sind gerade erst auf dem besten Weg in das ideale Fußballalter. Das Ziel der Rossoneri ist klar, die Champions League soll erreicht werden. Das ist angesichts der Konkurrenz, bestehend aus Atalanta, Inter, Juventus, der Roma, Lazio und Napoli zwar kein einfaches Unterfangen, zu Beginn der neuen Saison fehlt es aber vielen Topteams in Italien noch an Konstanz.

Milan hat sich hingegen bereits an der Tabellenspitze festgesetzt. Die kommenden Spiele gegen die Roma, Udinese Calcio und Hellas sind ebenfalls machbar. An ein Eingreifen in den Titelkampf vermag man nach nur vier Spielen noch nicht zu denken, denn häufig haben Klubs in den letzten Jahren gute Ansätze gezeigt, am Ende ging ihnen aber die Luft aus. Die Saison ist noch lang, Formdellen sind aufgrund des Spielplans durchaus zu erwarten. Dennoch: Die Basis ist besser als in den letzten Jahren, die Saison 2020/21 könnte zu einem großen Erfolg werden.

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(Photo by Marco Luzzani/Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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