Die große CL-Vorschau (6/8) – Gruppe F: ManCity, Donezk, Hoffenheim, Lyon

Vorschau

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Am Dienstag, den 18. September, startet die Gruppenphase der UEFA Champions League. Es gibt einige Neuerungen, so zum Beispiel die verschiedenen Anstoßzeiten, denn ab der kommenden Saison werden die Spiele um 18:55 und um 21 Uhr angepfiffen. Real Madrid konnte den Wettbewerb nun dreimal in Folge gewinnen, auch diesmal versuchen 31 Teams die „Königlichen“ von ihrem Thron zu stoßen. Wir blicken ausführlich auf alle Gruppen und liefern die wichtigsten Informationen!

Die heutige Ausgabe beschäftigt sich mit Manchester City, Schachtjor Donezk, der TSG 1899 Hoffenheim und Olympique Lyon! 

Gruppe A: (Atletico, BVB, Monaco, Brügge)

Gruppe B: (Barcelona, Spurs, PSV, Inter)

Gruppe C: (PSG, Neapel, Roter Stern, Liverpool)

Gruppe D: (Lok. Moskau, Porto, Schalke, Galatasaray)

Gruppe E: (Bayern, Benfica, AEK, Ajax)

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Manchester City

(letzte Saison: Viertelfinale CL)

Die Saison 2017/2018 war für Manchester City, zumindest in der Liga, eine für die Ewigkeit. Pep Guardiola und Co. brachen unzählige Rekorde und verzauberten die Insel mit einem Fußball, den man dort in dieser Form wohl noch nicht gesehen hatte. In Europa dagegen wurden die Cityzens, wie schon in der Liga, als man die erste Saisonniederlage hinnehmen musste, mal wieder von Jürgen Klopp und dem FC Liverpool frustriert. Dieses Jahr möchte Manchester City nun auch endlich in der Königsklasse für Aufsehen sorgen, der „Henkelpott“ soll nach Manchester geholt werden.

 

Die Transfers des Sommers

Zugänge: A. Muric (eigene U23), P. Sandler (Zwote), D. Arzani (Melbourne), R. Mahrez (Leicester)

Abgänge: A Caceres (Leihe, Melbourne), Y. Toure (Piräus), P. Roberts (Leihe, Girona), M. Diskerud (Leihe, Ulsan), P. Mari (Leihe, La Coruna), D. Arzani (Leihe, Celtic), L. Ilic (Leihe, Breda), J. Harrison (Leihe, Leeds), E. Palmer-Brown (Leihe, Breda), O. Kayode (Donezk), J. Hart (Burnley), J. Denayer (Lyon), A. Gunn (Southampton)

 

Umbruch abgeschlossen

Der Umbruch, den Pep Guardiola nach seiner Einstellung im Sommer einleitete, war spektakulär und teuer, aber vor allem auch notwendig. Der Kader der Cityzens war in die Jahre gekommen, viel wichtiger noch, er passte nicht genau zur extrem anspruchsvollen Fußballphilosophie des spanischen Trainers. Um seine Vorstellung des Fußballs in all seiner Schönheit und Dominanz umsetzen zu können, bedarf es Spieler von ausgesprochen hoher Qualität.

(Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

Diese Spieler verpflichtete City in den vergangenen zwei Jahren zu Genüge. Bisherige Schwachstellen, wie die Torwart- oder Innen- und Außenverteidigerpositionen, sind durch die Verpflichtungen von Ederson, John Stones, Aymeric Laporte, Kyle Walker und Benjamin Mendy zu absoluten Stärken geworden. Das Mittelfeld, mit dem Herzstück bestehend aus David Silva und Kevin De Bruyne, ist zusammen mit Defensiv-Stratege Fernandinho eines der besten der Welt. Gleiches gilt für die Offensive, die mit Leroy Sané, Raheem Sterling, Sergio Agüero, Gabriel Jesus und dem einzigen Neuzugang Ryiad Mahrez sowohl quantitativ als auch qualitativ hervorragend besetzt ist.

Der Sommer war im blauen Teil Manchesters dementsprechend ruhig. Der Fokus lag in der Vorbereitung, an der viele Leistungsträger aufgrund der Weltmeisterschaft kaum oder gar nicht teilnehmen konnten, eher darauf, taktischen Vorstellungen des Trainers zu perfektionieren und die geringen Fehler zu reduzieren.

 

Schlüsse ziehen

Auf der Agenda stand im Sommer sicherlich das Viertelfinal-Aus gegen Liverpool. Auch Guardiola wird festgestellt haben, dass es kein Zufall ist, dass Manchester City neben der Champions League auch in der Liga ausgerechnet an der Anfield Road verhältnismäßig unter ging. In beiden Partien ließ Jürgen Klopp mutig und frech attackieren, setzte die Hintermannschaft früh unter Druck und überrumpelte die bequemen Mittelfeldspieler mit purer Intensität und Aggressivität.

Ein ungewohntes Szenario für die Cityzens. Immerhin konzentrieren sich die meisten Gegner in den Aufeinandertreffen fast ausschließlich auf die Verteidigung und überlassen der Guardiola-Elf komplett den Ballbesitz. Die Qualität der Spieler und die Automatismen im Angriffsspiel sind gewöhnlich allerdings so gut, dass De Bruyne und Co. früher oder später eine Lücke finden und somit trotzdem ein Tor erzielen.

Beim 3:4, zwischenzeitlich 1:4, in der Liga und der 0:3 Heimpleite in der Königsklasse, war Manchester City von dieser Herangehensweise regelrecht überrumpelt. Ein Nicolas Otamendi, dessen weiterhin evidenten Schwächen durch die Passivität der Gegner wie verschwunden wirkten, wurde durch die forsche Herangehensweise plötzlich wieder entblößt. De Bruyne und Silva wurden auf einmal früh angegangen und zu untypischen Fehlern und ungewohnter Defensivarbeit gezwungen. Fernandinho, plötzlich gehörig unter Druck, wirkte regelrecht überfordert.

Die Frage lautet daher, hat es Guardiola geschafft, daraus seine Schlüsse zu ziehen oder womöglich sogar die Gegner?

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Priorisierung

Eine der Schlüsse des Trainers könnte eine neue Priorisierung sein. Die Liga hatte 2017/2018 absoluten Vorrang. Selbst in vermeintlich einfachen Spielen oder im Pokal setzte Guardiola zumeist auf seine Leistungsträger. Pausen gab es selten. Auch das war ein Grund für das Aus gegen die Reds. Manchester City wikrte nicht nur überrumpelt, sondern müde. Dass das Team nicht in die Zweikämpfe kam oder selbst mit erhöhter Intensität entgegenwirken konnte hatte, nicht nur psychische, sondern auch physische Gründe.

Das große Ziel der Cityzens ist und bleibt der Gewinn der Champions League. Um das zu erfüllen muss Guardiola womöglich Abstriche in der Premier League machen, dort mehr rotieren und den großen Kader intensiver ausschöpfen. Eine erneute Rekordsaison wird damit zwar unwahrscheinlicher, die Perspektiven auf den Gewinn des heiß ersehnten Henkelpotts dagegen womöglich deutlich besser.

(Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

Helfen würde dabei  jedenfalls etwas mehr Glück in Sachen Verletzungen. Manchester City kämpfte 2017/2018, teilweise nach harten Fouls, mit einigen Blessuren an Leistungsträgern wie John Stones, Benjamin Mendy, Leroy Sané oder Gabriel Jesus. Hier stellt Riyad Mahrez eine weitere, mehr als brauchbare Option dar. Hinzu kommt, dass Winter-Neuzugang Aymeric Laporte und Sommer-Verpflichtung Bernado Silva nach Startschwierigkeiten andeuten, allmählich zu absoluten Leistungsträgern zu werden.

Übrigens, dass Kevin De Bruyne nach Knieverletzung drei Monate ausfällt könnte nach der kraftintensiven Weltmeisterschaft ein heimlicher Segen sein. Gerade der so ungemein wichtige Belgier wirkte letzten April besonders ausgepowert. Dieses Jahr sollte er zur K.O.-Phase der Königsklasse frischer und ausgeruhter sein.

 

Player to Watch: Aymeric Laporte

Letzten Winter, als John Stones und Dauerpechvogel Vincent Kompany mit Verletzungen kämpften, wurde Manchester City auf dem Transfermarkt noch einmal aktiv. Einen Innenverteidiger zu finden, der die hohen Anforderungen von Pep Guardiola erfüllt, nämlich einen Mann, der quasi so technisch versiert und passsicher ist wie ein Sechser von internationalem Format, ist nicht ganz einfach, geschweige denn günstig.

Letztendlich fiel die Wahl auf Aymeric Laporte, der ins Profil passte und für 65 Millionen Euro von Athletic Bilbao kam. Dass die Anpassung an die raue Premier League Zeit benötigen wird, war klar. Auch Laporte kam in England nicht auf Anhieb zurecht. Ebensowenig mit der für ihn ungewohnten Linksverteidigerposition, als der Linksfuß im Viertelfinal-Hinspiel gegen Liverpool mit den schnellen Flügel-Spielern überfordert war.

2018/2019 scheint Laporte endgültig auf der Fußballinsel angekommen zu sein, ist bei Pep Guardiola mittlerweile absoluter Stammspieler in der Innenverteidigung. Durch seine verzögerte Ankunft wird der 25-Jährige die Viererkette der Cityzens deutlich stabilisieren und das ohnehin schon beachtliche Aufbauspiel mit noch mehr Qualität bereichern. Das gilt insbesondere für Druck- und Pressingsituationen, in denen Laporte große Souveränität ausstrahlt. Also genau die Eigenschaften, die beispielsweise ein Nicolas Otamendi wie oben bereits erwähnt im berüchtigten Spiel gegen den FC Liverpool sehr vermissen ließ…

 

Prognose

In der Liga hat man das Gefühl, dass Manchester City noch nicht ganz warm ist. Was passieren kann, wenn die Maschinerie allerdings auf Hochtouren läuft – und davon ist auch 2018/2019 auszugehen – haben wir letztes Jahr eindrucksvoll erlebt. Der Umbruch ist abgeschlossen, die Schlüsse aus dem Viertelfinal-Aus im Vorjahr gezogen. Dass die Guardiola-Elf nun in der Königsklasse endlich für Aufsehen sorgt, wäre eigentlich der nächste logische Entwicklungsschritt. Ob das direkt im Form des heiß ersehnten Titels ist, bleibt allerdings schwer einzuschätzen, da die Champions League von allen Wettbewerben am schwersten zu berechnen ist (fragt nur beim FC Bayern nach). Der Sieg in einer recht dankbaren Gruppe H ist Pflicht. In Manchester wird man allerdings wohl schon vorsichtig auf das Halbfinale schielen… 

Chris McCarthy

 

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Schachtjor Donezk

(letzte Saison: Achtelfinale CL)

Bereits in der letzten Saison spielten die Ukrainer aus Donezk in einer Gruppe mit Manchester City, überdies traf man noch auf den SSC Neapel – und setzte sich überraschend, aber nicht unverdient durch. Erst im Achtelfinale war gegen eine starke Roma Endstadion und Donezk konnte wieder einmal unter Beweis stellen, dass man ein sehr unangenehmer Gegner ist. National konnte das Double gewonnen werden, überdies verlängerte der begehrte Trainer Paulo Fonseca seinen Vertrag vorzeitig bis 2020. Schachtjor, das seine Heimspiele aufgrund der angespannten Situation in Lwiw austragen muss, will auch in dieser Saison wieder die K.O.-Runde erreichen, hat sich aber besonders in der Offensive auf einigen Positionen verändert und muss einige Abgänge kompensieren. 

 

Die Transfers des Sommers

Zugänge: A. Totovytsky, O. Danchenko, S. Bolbat (Leihende), O. Shevchenko (Karpaty), J. Moraes (Dynamo Kiew), M. Cipriano (FC Sao Paulo), O. Kayode (Man. City, fest verpflichtet), Fernando (Palmeiras), Maycon (Corinthians)

Abgänge: M. Shevchenko (Leihe, Karpaty), G. Blanco (Leihe, Malaga), Dodo (Leihe, Guimaraes), E. Sobol (Leihe, Jablonec), O. Zubkov (Leihe, Mariupol), Ivan Petriak (Leihe, Ferencvaros), P. Budkivsky (Leihe, Sochaux), R. Fomin (Mariupol), M. Azevedo (Atletico PR), D. Srna (Cagliari), Bernard (FC Everton), F. Ferreyra (Benfica), Fred (Manchester United)

 

Fred-Abgang gemeinsam auffangen

In der vergangenen Saison zeigte vor allem der brasilianische Mittelfeldspieler Fred fantastische Leistungen im Zentrum von Schachtjor. Fred zog dadurch das Interesse einiger Topklubs auf sich, wechselte im Sommer schließlich für fast 60 Millionen Euro zu Manchester United. Mit Stepanenko, Malyshev, Alan Patrick und dem talentierten, aber offensiver ausgerichteten Kovalenko ist ein Großteil des Mittelfelds geblieben, der 21-jährige Maycon wurde aus Brasilien verpflichtet und ist ein ähnlicher Spielertyp wie Fred, der sich aber zunächst noch in Europa akklimatisieren und vor allem behutsam aufgebaut werden muss. 

(Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Zu Saisonbeginn spielte auch Wellington Nem häufiger im Dreiermittelfeld, hinterließ dort einen guten Eindruck, auch wenn er in der Champions League vielleicht zu offensiv ausgerichtet ist, man mehr Wert auf Kompaktheit und Stabilität legen will. Paulo Fonseca zeigte bereits in der letzten Saison, dass er den Spagat zwischen der Liga, in der Donezk meistens Favorit ist, und der Champions League, in der man defensiv mehr gefordert wird, sehr gut schafft, die richtige Aufstellung wählt. Stepanenko (29) ist hierbei der defensive Schlüssel, der die gegnerischen Angriffe zerstören soll, die beiden Mittelfeldpartner sollen die Balance wahren, gleichzeitig Offensivakzente setzen, die technisch weiterhin sehr starke Offensive einsetzen. 

 

Treffsicherheit dank Moraes

Schachtjor ist grundsätzlich als eine technisch sehr versierte, in der Offensive südamerikanische Mannschaft bekannt. Willian, Douglas Costa, zuletzt Bernard verließen den Verein. Spieler, die für eine spektakuläre Spielwiese mit individuellen Highlights standen. Doch auffällig war, dass im Sturmzentrum meist Spieler aufgeboten wurden, die den Fokus tatsächlich auf den eher schnörkellosen Abschluss legten. Nach dem Abgang von Facundo Ferreyra wurde Junior Moraes aus Kiew verpflichtet, der bereits zum Saisonstart zeigte, dass er den Anforderungen absolut gerecht wird. 7 Tore und 2 Vorlagen in den ersten 7 Saisonspielen sprechen eine klare Sprache, Moraes wird gut eingebunden, schließt häufig sofort ab, zeigte auch in Kiew in den vergangenen Jahren, dass er verlässlich treffen kann. 

Und in einer Offensive, die mit Taison, Marlos, Kovalenko, Wellington Nem und Neuzugang Fernando sehr gut bestückt ist, benötigt man keinen weiteren Spieler, der den Ball im Strafraum querlegt oder ein weiteres Kabinettstückchen hinzufügt. Gerade weil Ersatztürmer Kayode verletzungsbedingt ausfällt ist es wichtig, dass Moraes schon zum Saisonstart so gut funktioniert. Die Offensive ist, obwohl das Team insgesamt sehr ausgeglichen aufgestellt ist, das Prunkstück der Fonseca-Elf. Das gewöhnlich gute Scouting in Brasilien könnte sich erneut als vorteilhaft erweisen, Fernando hat bereits in den ersten Spielen als Joker angedeutet, welche Fähigkeiten er mitbringt. Der 19-jährige ist schnell, wendig, dribbelstark und erzielte einen Treffer bei bisher 194 Einsatzminuten.

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Robuste Abwehr und mögliche Torwartpatzer

In den letzten Jahren stand die Abwehr der technisch starken Offensive immer als robuster Gegenentwurf gegenüber. Abwehrkanten wie Rakitskiy, Ordets oder Kryvtsov räumen im Zentrum ab, haben ihre Stärken eher im Zweikampf als im Spielaufbau. Auf der Rechtsverteidigerposition stehen nach dem Srna-Abgang mit Butko und Danchenko zwei Arbeiter im Aufgebot, auf der linken Seite gilt Ismaily als einziger Spieler im Abwehrverbund als technisch beschlagen. Er hilft mit das Offensivspiel auf der linken Seite zu konstruieren, ist ein Antreiber, der gute Flanken schlägt, die Defensive aber dabei auch nicht vernachlässigt. 

(Photo by Valery HACHE / AFP)

Die Abwehr blieb auch personell weitgehend unverändert, lediglich Danchenko als Rückkehrer ist hier neu. Ein Problem könnte sich auf der Torhüterposition ergeben, denn der 34-jährige Andriy Pyatov schwankt schon seit Jahren zwischen Genie und Wahnsinn. Mitunter hält Pyatov, der auf der Linie stark ist, nahezu unhaltbare Bälle mit irren Reflexen, teilweise greift er aber auch bei Flanken daneben oder schätzt lange Pässe fast irrsinnig schlecht ein. Neuzugang Shevchenko soll die Konkurrenzsituation im Tor beleben, aber die ersten Spiele zeigten bereits eine Tendenz: Pyatov, der seit 2007 für Schachtjor spielt, wird auch in dieser Saison wieder den Stammplatz im Tor inne haben – und Fonseca in der ein oder anderen Situation an den Rande des Nervenzusammenbruchs bringen. 

 

Player to Watch: Maycon

Der 21-jährige wurde für 6,6 Millionen Euro von den Corinthians losgeeist und soll mithelfen den Abgang von Fred zu kompensieren. In Brasilien zeigte Maycon konstant gute Leistungen, Donezk scoutete und kontaktierte den Spieler bereits früh, ermöglichte ihm den Einstieg in den europäischen Fußball. Trainer Fonseca vertraut seinem Neuzugang, setzte ihn in den ersten Ligaspielen bereits regelmäßig ein – allerdings meistens als Joker von der Bank kommend, weil die Eingespieltheit als Basis der ersten Wochen so wichtig war. 

Maycon kam allerdings in allen 7 Ligaspielen zum Einsatz und wird auch in der Champions League seine Minuten sammeln können. Der 1,71m große Linksfuß ist ein Spielgestalter, ein sicherer Passspieler, der gerade dabei ist sich an den Fußball in Europa und speziell an den Fußball von Fonseca zu gewöhnen. Er gewährt seinen Spielern aus Südamerika gewisse Freiheiten, sie dürfen den Ball aber nicht zu lange halten, nicht zu häufig ins Dribbling gehen, insbesondere im Mittelfeldzentrum. Ein vorausschauendes Spiel ist wichtig, Maycon muss noch viele Dinge lernen, das Potenzial dazu hat er aber auf jeden Fall. Zusammen mit Stepanenko und Alan Patrick oder Kovalenko kann er ein sehr spielstarkes, technisch gutes und balanciertes Mittelfeldtrio bilden, je nach Spielstand und je nach Gegner kann Fonseca hervorragend rotieren und andere Schwerpunkte setzen. 

 

Die 90PLUS-Prognose

Nach Manchester City ist in dieser Gruppe wohl alles offen. Die Ukrainer aus Donezk müssen sich weder vor der TSG Hoffenheim noch vor Olympique Lyon verstecken, wissen aber, wie wichtig der Auftakt gegen die Kraichgauer ist. Die direkten Duelle gegen Lyon und Hoffenheim könnten entscheidend sein, ebenso die Stabilität im Mittelfeld, die auf diesem Niveau erst noch nachgewiesen werden muss. Die Chancen auf Platz 2 sind auf jeden Fall da, das Überwintern in der Europa League ist das Mindestziel – und aufgrund der Erfahrung, die dieses Team trotz der jungen Neuzugänge hat, durchaus realistisch.

Manuel Behlert

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TSG Hoffenheim

(letzte Saison: Gruppenphase EL)

Nachdem die TSG Hoffenheim letztes Jahr in den Playoffs am FC Liverpool scheiterte, folgte trotz Startschwierigkeiten ein beeindruckender Platz drei in der Liga und damit die direkte Qualifikation zur Champions League. Wie schon vor zwölf Monaten mussten die Kraichgauer auch diesen Sommer einige signifikante Abgänge verschmerzen. Nichts desto trotz, bei der TSG scheint man alles unter Kontrolle zu haben. 2018/2019 möchte man sich nach der Kostprobe in den Champions-League-Playoffs, der missglückten Europa-League-Saison, endlich in Europa einen Namen machen und mit dem typischen Nagelsmann-Spielstil für Furore sorgen. 

 

Die Transfers des Sommers

Zugänge: F. Pires, Joelinton (Leihende), R. Nelson (Leihe, Arsenal), J. Brenet (PSV), I. Belfodil (Lüttich), V. Grifo (Gladbach), L. Bittencourt (Köln), K. Adams (Young Boys)

Abgänge: F. Passlack, S. Gnabry (Leihende), E. Polanski (Vereinslos), R. Zulj (Union, Leihe), P. Ochs (Aalborg, Leihe), M. Uth (Schalke), J. Mees (Union), B. Atik (Dresden), M. Schwäbe (Bröndby), B. Gimber (Ingolstadt)

 

Kostprobe

Bei dem beeindruckenden Lauf, den Liverpool letztes Jahr in der Königsklasse hinlegte, gerät schnell in Vergessenheit, dass ein kleiner Verein aus dem Kraichgau den späteren Finalisten der Champions League bereits in den Playoffs fast zur Verzweiflung trieb. So sehr das Geschehen erwartungsgemäß an der Anfield Road seinen Lauf nahm (4:2), so kurz stand Liverpool im Hinspiel bei der TSG Hoffenheim vor der Hinspielniederlage. Die Mannschaft von Julian Nagelsmann erarbeitete sich zahlreiche Chancen, verschoss dabei sogar einen Elfmeter, nur um durch ein Freistoßtor von Trent Alexander-Arnoldt und einem Eigentor auf die Verliererstraße zu rücken.

Hoffenheim hinterließ einen tollen Eindruck. Auf der Insel fragte man sich nach dem Hinspiel, wieso man noch nie von diesem Verein gehört hatte, der spielerisch nicht nur so stark mithielt, sondern die Reds sogar mächtig in die Bredouille kombinierte.

Die Kostprobe soll nun zum Alltag werden und das, obwohl die TSG wie schon letztes Jahr einige Leistungsträger verlor.

 

Alles im Griff

Sicher, die TSG Hoffenheim hätte das heutige Level nie ohne kräftige finanzielle Unterstützung erreicht. Gleichzeitig sollte dabei nicht untergehen, dass der Verein nun seit Jahren clever arbeitet und vor allem wirtschaftet.

Absolute Leistungsträger wie Sandro Wagner, Sebastian Rudy (ablösefrei) und im Fall von Nicklas Süle sogar eigenhändig ausgebildet, verließen den Verein, wurde aber durch kluge Rekrutierung clever und nachhaltig ersetzt. Keine überteuerten Neuzugänge, sondern Spieler aus der Jugend, wie Dennis Geiger, Kevin Akpoguma oder auch ablösefreie Schnäppchen wie Florian Grillitsch schlossen die Lücke zu den vermeintlich Unverzichtbaren.

Auch dieses Jahr tun einige Abgänge weh. Mark Uth wechselte ablösefrei zu Schalke, während Serge Gnabry nach seiner Leihe zum FC Bayern zurückkehrt. Auch hier behielt die TSG die Ruhe. Leonardo Bittencourt konnte, dank des Abstiegs des 1. FC Köln, für gerade einmal 6 Millionen Euro an Land gezogen werden. Joelinton, seit 2015 im Verein, soll nach einigen Leihen endlich seinen Durchbruch erleben.

Abgerundet werden die klugen, relativ risikofreien und perspektivischen Ergänzungen durch den verheißungsvollen Kasim Adams (23; 8 Millionen Euro, Abwehr), Rückkehrer Vincenzo Grifo (25; 5,5 Millionen Euro, Mittelfeld) oder Arsenal-Leihgabe Reiss Nelson (18; Angriff).

(Photo by Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images)

Das Gerüst verfügt, auch nach den namhaften Abgängen der letzten drei Transferphasen, mit Oliver Baumann, Kevin Vogt, Kerem Demirbay oder Andrej Kramaric jedenfalls über genügend Erfahrung und Führungsqualitäten, an denen sich die Neuzugänge orientieren können.

Man hat das Gefühl, im Kraichgau ist man auf alles vorbereitet. Trainer Julian Nagelsmann und Manager Alexander Rosen haben alles im Griff. Der stetigen Entwicklung steht nichts im Wege, auch nicht in der Königsklasse.

 

Funktionierendes Kollektiv

Betrachtet man sich den Kader der TSG Hoffenheim, so beeindruckt die Tiefe des Kaders. Die Kraichgauer sind bereit, auf allen drei Hochzeiten, der Bundesliga, dem DFB Pokal und der Champions League, zu tanzen.

Dabei überragen keine Einzelakteure, sondern das Kollektiv. Rosen und Nagelsmann haben einen Kader zusammengestellt, der aus taktisch intelligenten und flexiblen Spielern besteht, die die anspruchsvollen Vorgaben des Trainers umsetzen können. In allen drei Mannschaftsteilen ist man in dieser Hinsicht doppelt besetzt. Bei der hoch zu erwartenden Anzahl an Pflichtspielen und der bereits jetzt schon langen Verletztenliste wird das auch zwingend notwendig sein.

Nagelsmann kann nahezu jeden Ausfall kompensieren und den „Ersatz“ problemlos in die erste Elf eingliedern. Jeder Spieler kennt seine Aufgabe und das System ist auf die Stärken der Spieler abgestimmt. Das funktionierende Konstrukt, dass der Trainer mit Hilfe des Managers aufgebaut hat, macht es möglich. Nur einer ist scheinbar nicht so leicht zu ersetzen, Julian Nagelsmann. Doch daran will man im Kraichgau erst einmal nicht denken…

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Player to watch: Joelinton

Vor drei Jahren wechselte der damals 18-jährige Joelinton vom brasilianischen Klub Sport Recife für 2,2 Millionen Euro zur TSG Hoffenheim. Aufgrund seiner Position und seiner Nationalität hofften die Kraichgauer natürlich auf den „neuen Firmino“.

(Photo by Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

Doch nach einem Jahr voller Akklimatisierungs- und Sprachprobleme wurde der brasilianische Angreifer erst einmal für zwei Jahren verliehen. Bei Rapid Wien sammelte das etwas ungeschliffene Talent die in seinem Entwicklungsstadium so ungemein wichtige Spielpraxis. 79 Spiele bestritt Joelinton für die Österreicher. Dabei deutete der 1,92 Meter große Sturmtank feine Technik und cleveren Instinkt an, aber auch seine Abschlussschwäche. Seine Torausbeute, 21 Treffer um genau zu sein, hätte deutlich höher ausfallen müssen. Nicht ungewöhnlich für einen Angreifer seines Alters. Übrigens, während seiner Leihe wurde er von Trainer Julian Nagelsmann per Fernstudium auf dem Laufenden gehalten und auf die gemeinsame Zusammenarbeit vorbereitet.

Zurück in Sinsheim, konnte sich Joelinton nach den Abgängen von Wagner, Uth, Gnabry und dem verlängerten Urlaub von WM-Teilnehmer Andrej Kramaric, während der Saisonvorbereitung nun in den Vordergrund drängen. Man müsse nicht viel Fantasie haben, um anhand der Testspielleistungen zu sehen, dass „da der Nächste kommt“, sagte TSG-Manager Alexander Rosen vor Saisonstart. Nach seinem sehenswerten Hattrick gegen den 1. FC Kaiserslautern im DFB-Pokal spielte Joelinton die vollen 90 Minuten gegen den FC Bayern und den SC Freiburg in der Liga.

Mit nun 22 Jahren, endgültig akklimatisiert, mit der wertvollen Erfahrung aus seiner Leihe und neuem Selbstbewusstsein im Rücken, hat das Sturmtalent die Chance, mit etwas Glück, den verfrühten Vergleichen zu Roberto Firmino mit etwas Verspätung gerecht zu werden.

 

Prognose

Die TSG Hoffenheim möchte sich allmählich in Europa etablieren, nicht mit aller Macht und ohne Rücksicht auf Verluste, sondern mit einem langfristigen Konzept. Genau deswegen, erwartet man im Kraichgau beim Debüt in der Königsklasse auch keine Wunderdinge. Die TSG möchte Fuß fassen, mit ihrem attraktiven Fußball für Aufsehen sorgen und im Optimalfall sogar das Achtelfinale erreichen. Es bahnt sich ein heißer Dreikampf um Platz zwei an, doch selbst Platz drei – und damit die Europa League – wäre für den ambitionierten aber bedachten Bundesligisten kein Beinbruch. 

Chris McCarthy

 

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Olympique Lyon

(letzte Saison: Achtelfinale EL)

International war man in Lyon mit der letzten Saison nicht gerade zufrieden, das Aus gegen ZSKA Moskau war unnötig, aber am Ende nicht unverdient und vor allem musste man sich dieses Ausscheiden selbst zuschreiben, nachdem man das Hinspiel in Moskau mit 1:0 gewinnen konnte. Die Mannschaft spielte im Rückspiel zu fahrig, zu hektisch, kontrollierte das Spiel zu selten. Dinge, die man über OL in der Liga nur selten sagen konnte. Die Mannschaft von Bruno Genesio spielte phasenweise sehr attraktiven Fußball, verfügte mit Spielern wie Traore, Mariano, Fekir, Depay und Cornet über eine flexible, technisch starke, brillante Momente kreierende Offensive, die von hochtalentierten Spielern abgesichert wurde. Mit Mariano verließ zudem „nur“ ein absoluter Schlüsselspieler den Klub, der Saisonstart verlief dennoch etwas schlechter als erhofft. Lyon hat große Ziele, will in dieser Saison die K.O.-Runde der Champions League erreichen – allerdings musste man im Sommertransferfenster zumindest mit dem ein oder anderen Rückschlag zurechtkommen. 

Die Transfers des Sommers

Zugänge: M. Terrier, O. Kemen (Leihende), L. Dubois (Nantes), L. Pintor (Brest), J. Denayer (Man. City), T. Ndombele (Amiens, fest verpflichtet), M. Dembele (Celtic)

Abgänge: T. Cognat (Servette, Leihe), L. Nganioni (Levski), E. Owusu (Sochaux), L. Mocio (Annecy), C. Martins Pereira (Leihe, Troyes), R. Del Castillo (Rennes), A. Kalulu (Basel), N. Nkoulou (Torino), J. Mateta (Mainz 05), S. Darder (Espanyol), M. Diakhaby (Valencia), W. Geubbels (Monaco), M. Diaz (Real Madrid)

 

Späte Gewissheit in der Offensive 

Wenn ein Trainer den Kader für eine Saison plant, dann hofft er in der Regel, dass die Schlüsselpositionen möglichst früh besetzt sind und die „Königstransfers“ ebenso früh getätigt werden. Die Ergänzungen von Pintor und Dubois wurden früh festgezurrt, auch Terrier sicherte man sich bereits im Winter der Saison 2017/18. Ansonsten herrschte aber lange Ungewissheit, wie die Offensive von Olympique Lyon am Ende der Transferperiode aussehen wird. Der VfL Wolfsburg buhlte lange um Flügelspieler Maxwel Cornet, parallel arbeitete der FC Sevilla an einer Verpflichtung von Mariano Diaz. Cornet erhielt keine Freigabe und musste in Lyon bleiben, gegen das Aktivieren der Rückkaufoption von Real Madrid kurz vor Ende der Transferperiode war man bei OL aber machtlos. 

(Photo by JEFF PACHOUD / AFP)

Und so befand sich Olympique Ende August in der unglücklichen Situation unbedingt noch einen Mittelstürmer verpflichten zu müssen. Schnell fiel die Wahl auf Celtic-Stürmer Moussa Dembele, der sich einen Wechsel nach Frankreich vorstellen konnte, insbesondere nachdem Celtic die Qualifikation für die Champions League nicht schaffte. Doch die Schotten wollten sich keinesfalls auf der Nase herumtanzen lassen, verweigerten dem Spieler die Freigabe, woraufhin dieser sich in den sozialen Medien zu Wort meldete, intern weiter diskutierte und am Ende am Deadline Day doch noch nach Lyon wechseln durfte. OL bekam seinen Wunschspieler, muss diesen nun aber Schritt für Schritt integrieren, was in den gut 2 1/2 Wochen bis zum Start der Champions League schwer werden dürfte. 

 

Nächste Schritte für die Talente

Mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren ist das Team von Olympique Lyon ein sehr junges. Das merkte man der Mannschaft auch in der vergangenen Saison im internationalen Wettbewerb an, die Reife fehlte, die Fähigkeit das Spiel in den wichtigen Phasen zu beruhigen ebenfalls. Trotzdem bleibt man in Lyon bei dieser Strategie, will ein Anlaufpunkt für Toptalente auf nationaler und internationaler Ebene bleiben – und diese Spieler fördern. Allerdings habe die Einnahmen der letzten Jahre auch einen postiven Effekt, denn OL ist mittlerweile in der Lage bei hohen Ablösen auch einmal „Nein“ zu sagen und Spieler trotz lukrativer Wechseloptionen zu behalten, weiterzuentwickeln. Und auch in dieser Saison gibt es einige Spieler, auf die genau das zutrifft. 

Linksverteidiger Ferland Mendy will seine sehr gute Saison bestätigen, Lucas Tousart noch stabiler vor der Abwehr agieren. Vor allem aber Houssem Aouar und Tanguy Ndombele, zwei hochinteressante Spielertypen, wollen den nächsten Schritt gehen – auf Königsklassenniveau. Und die Offensive ist mit Fekir (25), Depay (24), Terrier (21), Pintor (18), Traore (22), Cornet (21), Dembele (22) und Gouiri (18) ohnehin ein einziger, flexibler, vielseitiger Talentepool aus dem Bruno Genesio Woche für Woche die besten Spieler auswählen kann. Schwankende Leistungen und vereinzelte Leistungsdellen werden bewusst einkalkuliert, den Spielern wird auch in schwächeren Phasen vertraut. Das zeigte sich in der letzten Saison bei Memphis Depay, der zwar Konstanzprobleme hatte, häufiger abgetaucht ist, aber immer wieder in der Lage war Spiele mit einer Aktion zu entscheiden. 

 

Wie schwer wiegt der Faktor Innenverteidigung? 

Nach dem Abgang der Innenverteidiger Diakhaby und N’Koulou wollte Bruno Genesio auf dieser Position die ganz große Lösung nach Lyon lotsen. Der Klub begann Verhandlungen mit Benfica über Jungnationalspieler Ruben Dias, wollte über 30 Millionen Euro bezahlen. Doch die Portugiesen blockten ab, verwiesen die Franzosen auf die Ausstiegsklausel in Höhe von 45 Millionen Euro. Nach langen Verhandlungen zerschlug sich der Wechsel, OL musste auf eine günstigere „Notlösung“, nämlich Jason Denayer zurückgreifen. Nun stellt sich die Frage ob die Innenverteidigung insgesamt gut genug aufgestellt ist. Der belgische Neuzugang ist zwar keinesfalls schlecht, aber natürlich auch kein Anführer in der Innenverteidigung. 

Mit Marcelo, der eine sehr gute Saison hinter sich hat, Yanga-Mbiwa, Morel, Denayer und Solet ist OL zumindest in der Breite gut aufgestellt. Was fehlt ist ein mindestens gleichwertiger Partner für Marcelo, der sukzessive in die Führungsspielerrolle hineinwachsen kann. Die Defensivabteilung von Olympique muss nun unter Beweis stellen, dass sie allerhöchsten Ansprüchen gewachsen ist, zumindest leichte Zweifel darf man dabei durchaus haben. Auf den anderen Positionen ist der Klub besser besetzt, hier bestünde Nachholbedarf, womöglich wird in der Winterpause reagiert, auch wenn Verpflichtungen dort in der Regel sehr schwer und vor allem kostspielig sind. Bis dahin ist auf jeden Fall das Kollektiv gefragt. 

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Player to Watch: Houssem Aouar

Der zentrale Mittelfeldspieler ist das nächste Eigengewächs von Olympique Lyon, dass es geschafft hat schnell in der Ligue 1 Fuß zu fassen. Seit Sommer 2016 kommt Aouar für die Profis zum Einsatz, besonders seine letzte Saison war beeindruckend. Aouar stand in 44 Begegnungen auf dem Feld, absolvierte über 3000 Einsatzminuten und war eine Art Allrounder im Mittelfeld, eine Mischung aus Stratege und Antreiber, der überdies auch noch viele Lücken zuläuft, die Defensive verstärkt. Grundsätzlich liegen seine Stärken aber im Passspiel und im Kreieren von Chancen. 13 Scorerpunkte konnte er zur erfolgreichen Saison von OL beitragen, in dieser Saison will er auch in der Champions League seine Visitenkarte abgeben. Der 20-jährige, der noch bis 2023 an den Klub gebunden ist, soll schon jetzt von mehreren Topvereinen umworben, zumindest aber beobachtet werden. 

(Photo by PATRICK HERTZOG / AFP)

Und das ist kein Zufall, wenn man Aouar spielen sieht. Der 1,75m große Rechtsfuß spielt geradlinig, wirkt elegant, aber keinesfalls arrogant. Seine überlegene Technik setzt er in den richtigen Momenten ein, das Risiko kalkuliert er gut. Und an seinen Schwächen arbeitet er. Natürlich verfügt er aufgrund seiner Körpergröße nicht über das allerbeste Kopfballspiel, aber Elemente wie Sprungkraft oder Timing kann er verbessern. Seine vorausschauende Spielweise hilft ihm allerdings nicht nur in der Offensive, auch in der Defensive kann er seine Qualitäten einsetzen, viele Bälle erobern und unmittelbar nach der Eroberung nach vorne treiben. Erst in diesem Sommer hat Aouar seinen Vertrag in Lyon, seiner Geburtsstadt verlängert. Er ist dem Klub verbunden, mehr noch als junge Talente, die in diesem Alter zu OL wechseln. Und deswegen ist durchaus realistisch, dass diese Saison in der Champions League die erste von mehreren ist. 

 

Die 90PLUS-Prognose

Olympique Lyon verfügt über viel Qualität, doch nicht jede Position, nicht jedes Vorzeichen entspricht den Ansprüchen. Klar ist, dass die Mannschaft von Trainer Bruno Genesio gegen Manchester City der Außenseiter ist, gegen die anderen beiden Gruppenkontrahenten aber durchaus Chancen hat. Die junge Mannschaft muss zeigen, dass sie einen Schritt weiter ist als noch in der letzten Saison, dass sie mit dem Druck, der in der Königsklasse auf den Spielern lastet, umgehen kann. Nur dann ist Platz 2 möglich, am Ende dürfte es auf jeden Fall sehr eng werden. 

Manuel Behlert

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