Bundesliga | SGE spät im Glück, Bayern mit entscheidendem Schritt & dünne Luft in Köln

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Bundesliga Awards | Der 27. Spieltag in der Bundesliga ist vorüber und nach der Unterbrechung durch die Länderspielphase gab es einige spannende Duelle. Dortmund muss um die Königsklasse zittern, dem FC Bayern gelang ein wichtiger Schritt in Richtung Titel. 

„Spätes Glück“-Award: Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt spielte am Samstagnachmittag in der Bundesliga gegen Borussia Dortmund. Die Hessen fuhren in einer sehr guten Situation nach Dortmund, hatten vier Punkte Vorsprung auf den BVB. Die Terzic-Elf will unbedingt in die Champions League, allerdings merkte man den Gastgebern die Drucksituation an, Dortmund wirkte in einigen Phasen relativ nervös. Frankfurt profitierte indes von einem Eigentor von Nico Schulz und ging in Führung.

Der BVB fing sich zwischenzeitlich allerdings und kam durch Mats Hummels zum Ausgleich. Selbst das gab den Schwarzgelben aber nicht die nötige Sicherheit. Zu häufig gab es Ballverluste im Mittelfeld, unsaubere Pässe und Offensivaktionen, die nicht zu Ende gespielt wurden. Und so passierte, was passieren musste: Frankfurt traf. In der Schlussphase sorgte Andre Silva für den späten Siegtreffer der Gäste. Sieben Punkte haben die Hessen nun Vorsprung auf Dortmund. Die Ausgangslage im Kampf um die Königsklasse ist also sehr gut.

„Nichts verlernt“-Award: Klaas-Jan Huntelaar

Der FC Schalke 04 hat in dieser Saison schon einige negative Geschichten geschrieben. Im Winter gab es eine Phase der Hoffnung, unter anderem, weil Klaas-Jan Huntelaar zurückkehrte. Der Stürmer ist sehr erfahren und noch immer mit einem guten Torriecher ausgestattet. Nur konnte er das bislang nicht zeigen, weil sich der Niederländer aufgrund einer Verletzung kaum auf dem Feld beweisen durfte.

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Gegen Bayer 04 Leverkusen stand Huntelaar in der Startelf. Doch Schalke, das auf dem letzten Platz steht und fast schon aussichtslos zurückliegt, konnte keinen großen Profit daraus schlagen. Die Königsblauen verloren mit 1:2, Huntelaar zeigte aber seine Qualität beim Tor zum 1:2-Anschluss. Flanke von der linken Seite, der Niederländer nimmt den Ball in einer Rückwärtsbewegung an, schließt sofort und platziert ab: Tor. Am sehr wahrscheinlichen Abschied aus der Bundesliga für S04 ändert das aber wohl auch nichts mehr.

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„Der entscheidende Schritt“-Award: FC Bayern und die Vorentscheidung in der Bundesliga

Am Samstagabend war der FC Bayern im Topspiel bei RB Leipzig zu Gast. Vier Punkte trennten beide Mannschaften vor dem Spiel. Somit war auch klar, dass RB einen Sieg benötigt, um das Titelrennen weiterhin offen zu halten. Beide Teams hatten in diesem Spitzenspiel mit Personalsorgen zu kämpfen, die man durchaus auch auf dem Feld merkte. Bayern spielte ohne Toptorjäger Robert Lewandowski, stand etwas tiefer als gewohnt und überließ RB in einigen Phasen sogar den Ball.

Die Gastgeber hatten aber insbesondere in der ersten Halbzeit nur wenige Torchancen. Das änderte sich zwar nach dem Seitenwechsel, ein Tor konnte der Herausforderer nicht erzielen. Und der FC Bayern zeigte in einer Aktion, warum er in der Bundesliga weiterhin das Maß aller Dinge ist.  Joshua Kimmich kam an den Ball, spielte in perfekter Quarterbackmanier einen herausragenden Ball auf Thomas Müller. Kurze Drehung, Pass auf Leon Goretzka: Abschluss in das rechte obere Eck. Das Siegtor des Rekordmeisters war der schönste Spielzug dieser Partie. Und am Ende auch der entscheidende Schritt in Richtung Meisterschaft.

„180-Grad“-Award: Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach hatte in den letzten Wochen mit einigen Problemen zu kämpfen. Der Abgang von Trainer Marco Rose, der im Sommer zum BVB wechselt, war ein Faktor. Doch schon zuvor gab es negative Tendenzen. Die Folge: Mit dem Kampf um die europäischen Ränge haben die Fohlen derzeit eher wenig zu tun. Das Spiel am späten Samstagabend gegen den SC Freiburg könnte aber nun zu einer Trendwende werden. Denn die Borussia gewann mit 2:1, vor allem dank einer 180-Grad-Wende in der zweiten Halbzeit.

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Im ersten Spielabschnitt dominierte nämlich der SC Freiburg. Die Breisgauer gingen in Führung, hatten einige sehr gute und zielstrebige Konter, ließen aber zum Teil sehr gute Chancen ungenutzt. Sukzessive fand die Borussia besser ins Spiel, kam zu einem relativ glücklichen Ausgleich, als ein Abschluss von Marcus Thuram abgefälscht in das Tor flog. Doch das war der Startschuss zu einer guten zweiten Halbzeit. Gladbach spielte besser, engagierter, stand kompakter und kam erneut durch Thuram noch zum Siegtreffer. Die 180-Grad-Drehung bescherte den Fohlen also nicht nur einen wichtigen Sieg in der Bundesliga, sondern auch einen unserer begehrten Awards.

„Dünnere Luft“-Award: 1. FC Köln und der Klassenerhalt in der Bundesliga

Der 1. FC Köln gehört in der Bundesliga zu den Abstiegskandidaten. Das liegt unter anderem daran, dass offensiv häufig zu wenig von der Mannschaft von Markus Gisdol kommt. Auch in Wolfsburg war der Ertrag am Ende dürftig, die Gäste aus Köln erzielten keinen Treffer. Doch insgesamt stimmte die Leistung in einigen Phasen. Wolfsburg, das zu den absoluten Topteams zählt, hatte Probleme und gewann am Ende nur knapp mit 1:0.

Der Arbeitssieg der Wölfe sorgte aber dennoch nicht gerade für Begeisterung bei den Verantwortlichen des 1. FC Köln. Die Luft im Abstiegskampf wird immer dünner, denn Augsburg setzte sich ab, Mainz und Bielefeld verloren zumindest nicht. In der kommenden Woche trifft Köln auf Mainz und benötigt dringend einen Sieg, sonst wird es für den Trainer zweifelsohne eng.

Schnörkellos-Award: Andre Hahn

Der FC Augsburg ist auch unter Heiko Herrlich keine Mannschaft, die für spektakulären und hochklassigen Fußball steht. Aber: Die Fuggerstädter stehen nach dem Sieg gegen die TSG Hoffenheim relativ sicher im Mittelfeld der Tabelle und können langsam aber sicher mit dem Klassenerhalt planen. Das liegt unter anderem daran, dass die Anfangsphase im Spiel gegen die Kraichgauer enorm effizient gestaltet werden konnte. Sinnbildlich dafür steht das Tor zum 2:0 durch Andre Hahn.

Ballgewinn Augsburg in der eigenen Hälfte und sofort folgte ein langer Ball über mehr als 70 Meter in den Lauf von Hahn. Der Offensivspieler der Gastgeber orientierte sich kurz, schaute sich nicht einmal nach einem Mitspieler um, schloss sofort ab und ließ Hoffenheim-Torhüter Baumann mit einem präzisen Schuss keine Chance. Dieses frühe 2:0 war enorm wichtig und maßgeblich dafür verantwortlich, dass Augsburg trotz am Ende nur rund 30 Prozent Ballbesitz wichtige drei Punkte mitnehmen konnte.

„Gerechtes Remis“-Award: Das Derby in Berlin

Zum Abschluss des Spieltags musste Hertha BSC im Derby an der Alten Försterei bei Union Berlin ran. Hertha erwischte, nachdem Fans rund um das Stadion ein Feuerwerk zündeten, einen schwächeren Start als die Köpenicker. Union ging folgerichtig in Führung und hätte das Spiel früh entscheiden können. Nach einer knappen halben Stunde fing sich Hertha aber und fand etwas besser in die Partie. Dodi Lukebakio glich für die abstiegsbedrohte Alte Dame aus, in der Folge hatte Hertha eine bessere Phase.

Da in der zweiten Halbzeit absolut nichts mehr passierte, ging das Remis am Ende völlig in Ordnung. Richtiges Derbyfieber kam nur selten auf, eine Rudelbildung in der ersten Halbzeit war das höchste der Gefühle. Mit dem Punkt kann Union am Ende besser leben,  Hertha BSC steckt weiterhin im Abstiegskampf.

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Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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