Michael Mancienne spricht über Chelsea & Hamburg

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Einst galt Michael Mancienne als das größte Abwehrtalent in England, vieles kam jedoch anders in seiner Karriere. Der mittlerweile 29-Jährige blickt nun zurück.

 

„Ich hätte bei Chelsea verrotten können“

Mancienne sprach in einem exklusiven Interview mit dem „Telegraph“ über seinen wilden Werdegang. Der Engländer stieß im Sommer 2006 zur ersten Mannschaft des damals amtierenden Champions und sollte langfristig eine Rolle in der Innenverteidigung bekleiden.

Wie nahezu jeder Spieler aus der eigenen Jugend der „Blues“ wurde der Abwehrspieler erstmal verliehen – mehrmals. Zunächst spielte er auf Leihbasis bei den Queens Park Rangers, bevor er im Sommer 2008 an Wolverhampton ausgeliehen wurde. Die Wanderers verlängerten die Leihe zwei Mal, sodass Mancienne bis 2011 für die „Wolves“ spielte.

(Photo by JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images)

Nach einem Gespräch mit dem damaligen Coach Carlo Ancelotti entschied er sich, seinen Jugendklub endgültig zu verlassen:

„Ich war bei Chelsea in einer Komfortzone, es ist leicht für junge Spieler darin zu verrotten. Die Leute erledigen alles für dich, weshalb du dann bei einer Leihe zunächst auf dem Boden der Tatsachen landest. (…) Ich dachte, dass ich irgendwann meinen Durchbruch haben würde, aber es waren einfach zu viele Spieler vor mir, einige davon Kapitäne ihrer Heimatländer. (…) Ich denke, dass heute kein Spieler mehr aus meiner Zeit in der Akademie noch dort spielt. Ich habe dann die Entscheidung (zum Abgang) getroffen, weil ich mir einen Namen machen und Spielzeit sammeln wollte.“

Im Sommer 2011 folgte dann der Wechsel für 2,5 Millionen Euro zum Hamburger SV nach Deutschland. Bei den „Rothosen“ bestritt der Verteidiger in drei Jahren zwar 51 Spiele, sich nachhaltig durchsetzen konnte er sich jedoch nicht. Dennoch blickt der Spieler heute positiv aus seine Zeit in Deutschland zurück – und hat eine logische Erklärung für seine Sprachprobleme:

„Ich würde jedem Spieler den Schritt ins Ausland empfehlen, man lernt soviel über sich selbst und man wird als Persönlichkeit stärker. In meinem ersten Jahr hatte ich Probleme mit der Sprache – mein Deutschlehrer war ein Hamburg-Fan und hat mich die ganze Zeit über die Mannschaft ausgefragt, geübt haben wir am Ende dann immer höchstens 15 Minuten.“

Vor allem ein Aspekt ist dem Engländer in Erinnerung geblieben:

„In Deutschland befördert man lieber einen Youngster, bevor ein neuer Spieler verpflichtet wird. Deswegen hat ihre Nationalmannschaft so einen Erfolg und England eben nicht.“

Nach drei Jahren folgte im Sommer 2014 der Schritt zurück nach England zu Nottingham Forest. Bei dem Zweitligisten scheint Mancienne endlich seine sportliche Heimat gefunden zu haben. In den vergangenen Wochen hat der Verteidiger sogar eine Gehaltskürzung bei seiner Vertragsverlängerung in Kauf genommen. Am Mittwoch trifft er im Ligapokal auf seinen Jugendverein aus London.

 

 

Marius Merck

Eine Autogrammstunde von Fritz Walter weckte die Leidenschaft für diese Sportart, die über eine (“herausragende”) Amateurkarriere bis zur Gründung von 90PLUS führte. Bei seinem erklärten Ziel, endlich ein “Erfolgsfan” zu werden, weiter erfolglos.

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