Champions League ab 2024 am Wochenende? Uefa plant offenbar Königsklassen-Revolution

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Champions League am Wochenende statt Dienstags und Mittwochs? Was Stand heute verrückt klingt, könnte 2024 schon Realität sein. Die Uefa plant offenbar eine Reform – mit schweren Folgen für die nationalen Ligen.


Champions League am Wochenende: Die Pläne der Uefa 

Am Mittwochabend finden die letzten Gruppenspiele der diesjährigen Champions-League-Saison statt. Ab 2024 könnte sich allerdings einiges ändern. Denn hinter verschlossenen Türen scheinen Uefa-Präsident Aleksander Ceferin und Juve-Boss und ECA-Chef Andrea Agnelli eine faustdicke Königsklassen-Revolution zu planen. Nach Informationen der Sport Bild soll die Champions League zukünftig nicht mehr am Dienstag- und Mittwochabend stattfinden, sondern am Wochenende. 

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Mit einer CL am Wochenende ließen sich weitaus mehr Zuschauer locken und daher auch deutlich mehr Geld verdienen. Teurere TV-Verträge, deutlich mehr Ausschüttungen an die Vereine und andere Anstoßzeiten, um auch den lukrativen chinesischen Markt zu bedienen, ist das Ziel der Uefa, aber offenbar auch des ECA. 

Insbesondere die Möglichkeit, höhere Prämien an die Klubs verteilen zu können, dürfte eine Reaktion auf die Offenlegung der Pläne zu einer Super League der europäischen Schwergewichte durch Football Leaks und dem Spiegel sein. Immerhin beinhalteten diese Pläne eben vor allem dieses eine Ziel: noch mehr Geld zu verdienen. Interessant dabei: Auch Ceferin und Agnelli hatten betont, dass die Super League eine „Fiktion ist“.

Verdrängt die Champions League die nationalen Ligen? 

Doch wie weit fortgeschritten sind diese Pläne? Auf Anfrage der Sport Bild sagt Ceferin: „Die Diskussionen über das Format nach 2024 werden erst im neuen Jahr auf der Grundlage einiger Kriterien richtig beginnen.“ Dann schiebt er aber nach, dass zwei Expertengruppen bereits an einer Champions-League-Reform arbeiten und diese dann mit den Interessengruppen, den Stakeholdern, diskutieren sollen. Eine Entscheidung könne schon 2019 fallen. Wie diese Reform aussehen soll, führt Ceferin allerdings nicht aus. 

Wenn allerdings die Königsklasse am Wochenende stattfindet, was würde dann aus den nationalen Ligen? Ganz klar, sie würden viel häufiger unter der Woche stattfinden. Agnelli geht sogar noch einen Schritt weiter: Die nationalen Ligen könnten verkleinert werden!  So betont er:

Wenn man sich für mehr internationalen Fußball entscheiden will, müsste das natürlich mit einer Reduzierung der Spiele in den heimischen Ligen einhergehen.

Dabei hat der Juve-Boss noch eine weitere Idee im Hinterkopf. Er möchte mehr Spiele in der Königsklasse. Sein Modell sieht vor, dass es künftig statt acht Vierergruppen vier Achtergruppen gibt. Statt wie bisher sechs Vorrundenspiele gäbe es dann 14 Partien in der Gruppenphase, denn mehr Spiele bedeutet auch mehr Geld. Auch die TV-Sender dürften bei diesem Vorhaben bereits die Kasse klingeln hören. So würden bei diesem Format schon in der Vorrunde zahlreiche Partien zwischen den Top-Klubs stattfinden. Nach Informationen der Sport Bild hat Agnelli diese Pläne allerdings bisher nicht einmal seinem ECA-Vorstand präsentiert. 

Wie reagiert die DFL auf den Uefa-Plan mit der Champions League? 

Den nationalen Verbänden können diese Pläne natürlich nicht schmecken. Denn sie würden ganz klar als Verlierer aus der Sache herausgehen. Auch die DFL kennt den Plan und lehnt ihn strikt ab. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert sieht die nationalen Wettbewerbe nach wie vor im Zentrum des Profifußballs. 

Ein Schwerpunkt meiner Arbeit wird es sein, den notwendigen Platz im Terminkalender zu sichern, damit unsere Ligen und ihre Klubs ihre eigenen nationalen Wettbewerbe weiterentwickeln können.

Denn auch Seifert weiß: Findet beispielsweise die Bundesliga häufiger unter der Woche statt, könnte das für zusätzlichen Ärger mit den Fans sorgen. Schon jetzt protestieren Ultras immer wieder gegen Bundesliga-Spieltage unter der Woche. Sollte die Reform in der Champions League tatsächlich kommen, würde die Zahl dieser Spieltage deutlich zunehmen. 

Wie wahrscheinlich sind diese Pläne? Zur Erinnerung: Im August berichtete die Sport Bild über die Einführung eines dritten Europacups ab 2021, die Uefa dementierte. Mittlerweile steht fest: Die Europa League 2 wird kommen. Folgt also bald die nächste Reform? Gut möglich, die Pläne scheinen schon sehr konkret zu sein und mit dem Hintergrund der Super-League-Gerüchte ist noch immer ordentlich Druck auf dem Kessel. Die Verlierer bei dieser ganzen Geschichte stehen jetzt schon fest: Die nationalen Ligen.

(Photo by JOHN THYS / AFP) 

Nico Scheck

Aufgewachsen mit Elber, verzaubert von Ronaldinho. Talent reichte nur für die Kreisliga, also ging es in den Journalismus. Seit 2017: 90PLUS. Manchmal: SEO. Immer: Fußball. Joga Bonito statt Catenaccio.

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