„Barcelona hat geschlafen“ – Xavi kritisiert Barças Nachwuchsarbeit

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Xavi Hernandez spielt zwar mittlerweile für den Al-Sadd SC in Katar, aber „seinen“  FC Barcelona lässt die Klublegende trotzdem keine Sekunde aus den Augen. In einem Interview mit The Tactical Room bezieht er Stellung zum neuen Trainer Ernesto Valverde und äußert Sorgen bezüglich der Jugendarbeit der Katalanen.

„Rückkehr zum orthodoxen Stil“

Mit Ernesto Valverde sitzt beim FC Barcelona in der kommenden Saison ein neuer Trainer auf der Bank. Als Nachfolger von Luis Enrique übernimmt er eine Mannschaft, die eine schwierige Saison hinter sich hat. Er hat somit die Möglichkeit Veränderungen durchzusetzen und das Team zurück zu alter Stärke zu führen. Mit Enrique schien das zuletzt nicht mehr wirklich realistisch zu sein, die Trennung war also auch absolut folgerichtig. Auch Xavi sieht den Trainerwechsel äußerst positiv und ist auch mit der Ernennung Valverdes einverstanden:

Xavi Hernandez: „Ich habe viel für den Versuch mit Valverde übrig. Er ist ein gut vorbereiteter Typ, verfügt über viel Erfahrung und kennt den Klub. Er lebt den Stil und wird sich sicherlich gut machen. Seine Ankunft treibt die Rückkehr zum orthodoxen Stil an.“ [The Tactical Room]

(Photo by KARIM JAAFAR/AFP/Getty Images)

„Der FC Barcelona hat geschlafen“

Es ist offensichtlich, dass Xavi sich eine Rückkehr zu den Wurzeln und damit zum berühmten Ballbesitzspiel wünscht. Des Weiteren plädiert er für mehr Vertrauen und größere Unterstützung der eigenen Nachwuchsarbeit, aus der er selbst entstammt:

Xavi Hernandez: „Ganz generell hat der FC Barcelona geschlafen. Sie müssen die Nachwuchsakademie und deren Konzept stärken. Die jungen Spieler müssen die Art zu spielen lernen, sodass sie die Konzepte bereits gelernt haben, wenn sie in der ersten Mannschaft ankommen. Die Jugendtrainer müssen Spieler produzieren, sie müssen sie lehren. Man muss die Spieler schon in den jungen Jahren richtig formen. Wenn man dann auch noch gewinnt, super, aber das darf nicht das oberste Ziel sein.“ [The Tactical Room]

Xavi spricht damit eine Problematik an, die auch von den Fans des FC Barcelona immer wieder angesprochen wird. Schon seit längerem hat sich kein Spieler, der aus der Jugend in die erste Mannschaft aufrückte, mehr wirklich durchgesetzt. Sergi Roberto war wohl der letzte, Sergio Busquets war der letzte, der sich wirklich zum Leistungsträger entwickelt hat. Selbst Hochbegabte wie Thiago Alcantara oder Munir El Haddadi konnten sich nicht entscheidend durchsetzen. Selbst Spieler wie Jordi Alba mussten sich inzwischen bei anderen Vereinen beweisen, ehe sie wieder eine wirkliche Chance bei ihrem Heimatverein erhielten. Gerard Deulofeu ist das jüngste Beispiel, er kehrte in diesem Sommer vom FC Everton zurück, es bleibt aber zunächst fraglich, welche Rolle er nun einnehmen wird. Mit Hector Bellerin sollte ein weiteres Eigengewächs zurückkehren, der Transfer scheiterte jedoch, sodass man Nelson Semedo von Benfica Lissabon verpflichtete.

 

Christoph Albers

Cruyff-Jünger und Taktik-Liebhaber. Mag präzise Schnittstellen-Pässe, schwarze Leder-Fußballschuhe, Retro-Trikots und hat einen unerklärlichen Hang zu Fußball-Finanzen. Seit 2016 bei 90PLUS.

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