Auswechslungen bei Kopfverletzungen: IFAB verschiebt Testphase – FIFPro reagiert enttäuscht

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News | Das International Football Association Board (IFAB) hat die Testphase für temporäre Auswechslungen bei Verdacht auf Gehirnerschütterung auf unbestimmte Zeit verschoben. Die internationale Spielergewerkschaft FIFPro kritisiert die Entscheidung scharf.


FIFPro wütet: IFAB verschiebt Testphase für temporäre Auswechslungen

Kopfverletzungen im Profi-Sport sind ein wichtiges und ernstzunehmendes Thema, die Regelhüter des Fußballs wollen sich zum aktuellen Zeitpunkt offenbar aber nicht damit auseinandersetzen – dabei hatte das IFAB noch im Februar einer Testphase für temporäre Auswechslungen bei Verdacht auf Gehirnerschütterung zugestimmt. Laut dem Telegraph wollte die FIFA diese Regeländerung ursprünglich während der Olympischen Sommerspiele in Tokio testen. Nachdem diese wegen der Corona-Pandemie verschoben wurden, sei über eine Testphase in England diskutiert – nun sei das Experiment allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Kritik an dieser Entscheidung äußerte allen voran die internationale Spielergewerkschaft FIFPro. Das bestehende Regelwerk müsse an andere Profi-Sportarten angepasst werden und Kopfverletzungen ernster behandeln. „Wir bitten die Interessensvertreter, diese Angelegenheit dringend vorzutragen und die Gesundheit und Sicherheit der Spieler zu einer Priorität des Spiels zu machen“, heißt es in einer Stellungnahme, die der Telegraph zitiert.

Laut den aktuellen Statuten dürfen die Mannschaftsärzte bei einem Verdacht auf Gehirnerschütterung binnen drei Minuten eine Diagnose auf dem Feld erstellen. Anschließend muss eine sofortige Entscheidung darüber getroffen werden, ob der betroffene Spieler weiterspielen kann oder nicht. „Drei Minuten sind einfach zu wenig“, sagt Peter McCabe, Geschäftsführer der Organisation ‚Brain Injury Charity Headway‘ (zitiert via Telegraph).

Innerhalb dieses Zeitfensters könne keine zuverlässige Diagnose getroffen werden, da Symptome einer Gehirnerschütterung zeitversetzt auftreten können. Dass die Aufstockung des Wechselkontingents von drei auf fünf Auswechslungen pro Spiel dagegen ohne Komplikationen beschlossen wurde, sei nur „schwer nachvollziehbar“, so McCabe. 

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(Photo by Robert Cianflone/Getty Images)

Florian Bajus

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