Bundesliga: Kurze Freude für Leipzig, Musiala im Fokus und Torjäger Günter

Musiala Bundesliga
Bundesliga Awards

Bundesliga Awards | Der 29. Spieltag in der Bundesliga ist vorüber. Auch an diesem Wochenende gab es einige Geschichten, ein Spiel fiel der Corona-Quarantäne zum Opfer. Wir blicken auf den Spieltag zurück – mit den sieben Awards!

„Kurze Freude“-Award: RB Leipzig und Yussuf Poulsen

Das Freitagsspiel in der Bundesliga zwischen RB Leipzig und der TSG Hoffenheim sollte der Startschuss der Aufholjagd von RB werden. Mit fünf Punkten Rückstand auf den FC Bayern ging der Zweitplatzierte in dieses Spiel. Und der Rekordmeister hatte eine sehr schwere Aufgabe zu lösen, musste in Wolfsburg ran. Ein Sieg gegen die Kraichgauer sollte Druck ausüben. Doch die Elf von Trainer Julian Nagelsmann tat sich sehr schwer, erspielte kaum Torchancen und verzweifelte an einer gut eingestellten Gastmannschaft.

Offensive Wechsel brachten zumindest etwas Schwung in das Spiel, doch den ganz großen, zwingenden Druck entfachte RB nicht. In der Nachspielzeit durfte der Gastgeber dann aber doch jubeln, als Yussuf Poulsen in der 96. Minute das 1:0 erzielte. Doch die Freude währte nur kurz, denn der dänische Offensivspieler köpfte sich den Ball an die Hand. Laut Regeln ist das abzupfeifen, was nach Ansicht der Videobilder auch geschah. RB spielte 0:0 und dem FC Bayern in die Karten.

Facettenreich-Award: Jamal Musiala

Der Rekordmeister spielte in Wolfsburg, musste deutlich ersatzgeschwächt dort antreten. Doch nach dem Patzer von RB Leipzig war die Motivation vor allem zu Beginn der Partie spürbar. Zudem hatte der FC Bayern in diesem Spiel in der Bundesliga Jamal Musiala in Topform auf dem Platz. Der Youngster wirbelte die Defensive der Wölfe häufig durcheinander und erzielte zwei Tore. Der erste Treffer ist sinnbildlich für die Spielweise des Technikers: Musiala kam im Strafraum an den Ball und schlängelte sich mit kurzen, blitzschnellen Bewegungen vorbei an seinen Gegenspielern. Am Ende schloss er aus kurzer Distanz ab, profitierte noch ein wenig von einem kleinen Fehler von Koen Casteels.

Musiala Bundesliga

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Das Tor von Musiala in der zweiten Halbzeit stellte unter Beweis, wie facettenreich der Shootingstar ist. Bedient von Thomas Müller köpfte Musiala den Ball perfekt in die lange Ecke. Bisher war der 18-Jährige nicht gerade für seine Kopfballstärke bekannt, diesen Ball verwandelte er aber perfekt. Passend dazu kam heraus, dass Musiala mit Hermann Gerland im Training zuletzt vermehrt am Kopfballpendel übte. Und das zahlte sich aus. Eigentlich hätte man nach dem Spiel primär über Musiala und dessen Leistung sprechen können, doch Hansi Flick hatte andere Pläne.. 

Tristesse-Award: Bielefeld gegen Augsburg

Arminia Bielefeld empfing am Samstagnachmittag zu einem Duell im Abstiegskampf den FC Augsburg. Vor allem die Gäste waren nach der Niederlage auf Schalke angeschlagen. Vorab: Das Spiel endete 0:0, was irgendwie keinem der beiden Teams besonders half, aber auch nicht schadete. Denn Augsburg hält den Abstand nach unten aufrecht, Bielefeld bleibt zumindest über dem ominösen „Strich“.

Was sich auf dem Platz abspielte, war allerdings weit davon entfernt, unterhaltsam zu sein. Beide Mannschaften taten sich schwer, Lösungen im Spiel nach vorne zu finden. Vor allem der FC Augsburg enttäuschte hier erneut. Die Luft für Trainer Heiko Herrlich wird nach den jüngsten Auftritten und der erneuten Tristesse immer dünner. Trotz des wahrscheinlichen Klassenerhalts dürften die Verantwortlichen des Klubs am Saisonende reagieren.

„Debüt misslungen“-Award: Friedhelm Funkel

Der erfahrene Trainer Friedhelm Funkel wollte eigentlich keinen Trainerjob mehr annehmen. Doch die Dinge haben sich für ihn in Coronazeiten geändert. Als „Feuerwehrmann“ soll Funkel den 1. FC Köln noch irgendwie zum Klassenerhalt führen. Und allzu schlecht war das erste Spiel des Effzeh mit Funkel an der Seitenlinie nicht. Köln hatte in Leverkusen einige Chancen, traf unter anderem zweimal die Latte. Die Gäste hätten durchaus ein besseres Resultat einfahren können als die 0:3-Niederlage am Ende.

Das Debüt von Funkel misslang vor allem wegen eines herausragend aufgelegten Leon Bailey, der zwei Tore erzielte und eines mustergültig vorbereitete. Hier zeigten sich auch die Schwächen im Spiel des Effzeh. Leverkusen hatte häufig zu viel Platz, die Konsequenz im Defensivspiel fehlte. Hinzu kamen einfache Fehler, insbesondere im Spielaufbau. Der Weg zum Klassenerhalt wird nicht nur wegen Platz 17 und nur noch fünf ausstehenden Spielen ein sehr weiter.

„Überraschender Torjäger“-Award: Christian Günter

Christian Günter spielt für den SC Freiburg seit Jahren auf einem hohen Niveau. Der Linksverteidiger ist eine verlässliche Größe, treibt das Spiel nach vorne immer wieder an, hat gute Flanken im Repertoire. Ein großer Torjäger ist er allerdings nicht, wenngleich er zuweilen Gefahr erzeugen kann. Am Wochenende schlug aber seine große Stunde. Am 29. Spieltag erzielte Günter nämlich nicht nur seinen ersten Saisontreffer.

Günter Bundesliga

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Sondern gleich einen Doppelpack. Der 28-Jährige erwischte im Bundesligaspiel gegen Schalke 04 einen absoluten Sahnetag, traf aber auch auf einen Gegner, der phasenweise desolat verteidigte und den Gastgebern zu viel Platz ließ. Wenn man freistehend zum Schuss kommen kann und dabei auch noch Zeit hat, dann trifft eben auch ein Christian Günter zweimal. Freiburg gewann am Ende 4:0 und steht in der oberen Hälfte der Tabelle.

„Knoten geplatzt“-Award: Erling Haaland

Borussia Dortmund spielte im einzigen Sonntagsspiel zuhause gegen Werder Bremen. Der BVB benötigte ein wenig Anlaufzeit, fand dann aber immer besser in die Partie. Nach dem Rückstand durch einen Treffer von Milot Rashica zeigte Gio Reyna, welche Qualitäten er hat. Nach dem 1:1 drehte dann vor allem Erling Haaland auf. Der Norweger traf zuvor vier Pflichtspiele nacheinander nicht. Für einen Stürmer ist eine solche Bilanz nicht ungewöhnlich, Haaland bestach zuvor aber durch eine immense Kontinuität.

Gegen Bremen platzte dann der Knoten beim 20-Jährigen. Mit einem Doppelpack und seinen Toren zum 2:1 und 3:1 stellte Haaland die Weichen auf Sieg. Dortmund träumt weiterhin vom Erreichen der Champions League und nahm die Patzer der Konkurrenz aus Wolfsburg und Frankfurt wohlwollend zur Kenntnis. Mit einem Haaland, der wieder in Topform kommt und viel Selbstvertrauen sollen nun die restlichen Spiele gewonnen werden.

„Einladungen verteilen“-Award: Eintracht Frankfurt

Es war ein besonderes Spiel für Eintracht Frankfurt und Trainer Adi Hütter. Bei Borussia Mönchengladbach, dem neuen Arbeitgeber des Trainers der Hessen, wollte die SGE einen wichtigen Schritt in Richtung Champions League machen. Das gelang allerdings nicht, mit 0:4 unterlag Frankfurt den Fohlen in diesem Spiel am Samstagnachmittag. Die deutliche Niederlage resultierte vor allem aus einigen haarsträubenden Fehlern in der Hintermannschaft der Gäste.

Das 0:1 und 0:3 aus Sicht der Gäste fielen in Folge von ruhenden Bällen, bei denen die Defensive der Hessen nicht aus sah. Beim zweiten Treffer von Borussia Mönchengladbach war es Kevin Trapp im Tor, der patzte. Die Vielzahl der Fehler konnte nicht kompensiert werden, auch die Offensive erwischte nicht gerade einen guten Tag. Trotz der deutlichen Niederlage ist die Hütter-Elf noch immer auf Kurs Königsklasse. Die Frage ist nun, ob diese Niederlage nachhaltige Spuren hinterlässt.

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Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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